Uneingeschränkt geschenkkassettenfähig
Der Rhythmus stimmt in diesem Film. Der Sound auch und die Richtung sowieso: Existenzfragen und sozialer wie mentaler Überlebenskampf sind nun mal die Themen dieser Tage (keine Ironie!). Was Gorkis naturalistisches «Nachtasyl» natürlich nicht zum Nachbarschaftsdrama macht, und der Filmregisseur und Drehbuchautor Hardi Sturm, der den Stoff in deutsch-französischer Koproduktion (NFP teleart, ZDF-Theaterkanal, Arte) verfilmt hat, stilisiert die Sache trotz allerhand Zeitkolorit auch eher ins Überzeitliche, Archaische. Letzte Dinge, revisited.
Am Anfang sieht man Luka, den Wanderer, in einer ehemaligen NVA-Kaserne campieren. Er sitzt am Feuer und schaut sich den ML-Agitprop an den Wänden an. Einen Schäferhund hat er auch dabei. Dann macht sich der Alte wieder auf den Weg – weiter durch den wilden Osten. Dazu, nicht auftrumpfend, aber mächtig Stimmung machend, die Low-fi-Roadmovie-Musik von Dürbeck & Dohmen. Luka also, ein postideologischer Penner, der im Off von der Wahrheit spricht, die keinen interessiert. Ein schöner, ein poetisch-realistischer Anfang, gebrochen nur durch die seltsame Mokanz, mit der Hans-Peter Hallwachs die Worte formt, und durch die rührende Holprigkeit des ...
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In einer der nettesten Szenen des Films sind der Held und die Heldin aufs Land geflohen, versuchen dort im milchigen Gegenlicht Sex zu haben – und taumeln dabei von Leidenschaftsanfall zu Lachattacke. Wer spielt den Mann und wer die Frau? Das schöne Pärchen konkurriert nicht nur erbittert um große Bühnenrollen, sondern begehrt auch zwischen weißen Cottage-Laken...
Als Anfang Juni aus Meiningen die Nachricht kam, der Vertrag des Intendanten Res Bosshart werde nicht nur im Jahr 2007 nicht verlängert, sondern der Theaterchef müsse sogar vorzeitig und zwar bitte sofort gehen, war eigentlich niemand so richtig überrascht. Meiningen und Bosshart: Das war seit Beginn der «Zusammenarbeit» in der Spielzeit 2002/03 eine ungute...
Wenn im Juli und August die Temperaturen in für englische Verhältnisse abenteuerliche Höhen steigen, gönnen sich viele erschöpfte Theatermacher die wohlverdiente Sommerpause. Für Kneehigh Theatre aus Cornwall beginnt dann gerade eine seiner intensivsten Arbeitsphasen. Denn zu welcher Zeit stünden die Chancen günstiger, dem englischen Regen zu entkommen, wenn man...
