Figurentheater: Maschine kann warten
Wie verhält es sich eigentlich mit der Quote bei den Puppen? Nein, hier wird nicht gefragt, ob die Parität gewahrt bleibt und endlich im selben Verhältnis männliche (also der Kasper zum Beispiel) und weibliche (etwa die Gretel) künstliche Wesen auf den Bühnen der Figurentheater vorkommen. Viel interessanter ist, wie sehr schon die digitale Welt in diesem doch immer ein wenig hermetischen Genre angekommen ist, das seit Menschen Gedenken die Gedanken der Menschen in spielerisch putzigen Szenen an Fäden und Stangen vorführte.
Also: hat der Roboter die Marionette verdrängt?
Wer vom Internationalen Figurentheaterfestival der Städte im Großraum Erlangen-Nürnberg kommt, kann bilanzieren, dass sich etwa ein Drittel der Künstler ausschließlich den neuen Medien widmet und digitale Fragen und Möglichkeiten in den Mittelpunkt der Arbeiten stellt. Das wirkt etwas schüchtern, verrät, dass man im Figurentheater noch weit davon entfernt ist, die modernen Techniken selbstverständlich einzusetzen: Lieber imitiert man hier nach wie vor die Wirklichkeit im Kleinen und Falschen mit klaren Wiedererkennungseffekten (Nikolaus Habjan mit «Böhm»), erweckt das Eigenleben von Alltagsdingen und analogen ...
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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Bernd Noack
Wie leicht es doch ist, aufzufallen in unserer (selbsterklärtermaßen) toleranten, offenen Gesellschaft! Ein ungewohnter Laut im Theater, ein Zucken des Kopfes in der U-Bahn, ein unkontrollierter Ausruf am Strand: Menschen mit Tics können ein Lied davon singen. Leises Pfeifen, Zungenschnalzen und Miau-Laute sind der Sound, mit dem «Chinchilla Arschloch waswas....
Glückliche Tage! Wenn man Peter Simonischek zuhört, wird einem warm ums Herz. Von St. Gallen über Bern und Düsseldorf an die Berliner Schaubühne und dann weiter ans Wiener Burgtheater. Aus der Fläche an die hochbegehrten Bühnen, an großen Rollen und prominenten Regisseuren wachsen, eine Stadttheater-Karriere nach Maß. Dazu gehörte natürlich auch jede Menge...
Franz Wille Eigentlich wollten wir «Third Generation – Next Generation» schon direkt nach der Premiere im Maiheft abdrucken, aber dann gab es Probleme. Welche Probleme waren das?
Yael Ronen Gleich nach der Premiere war alles noch sehr frisch, und bevor wir den Text in eine größere Öffentlichkeit bringen, wollte ich sichergehen, dass wirklich alle Beteiligten mit...
