Vorsicht, Ausbruch!
Einst, in fordistischer Vorzeit, war die Vorstadt noch ein Versprechen. Jeder Angestellte konnte hier das Leben eines Chefs führen, mit Eigenheim und Carport, Tennisclub und Dinnerparty, mit Gattin auf Liegestuhl und Kindern vorm Fernsehapparat. Ein uniformer Konsumtraum, kollektiv geträumt und massenhaft verwirklicht, der spätestens dann zum Albtraum wurde, wenn Ehen in die Brüche gingen, Mütter Pillen schluckten, Kinder nicht der Norm entsprachen, Rechnungen nicht bezahlt werden konnten.
Richard Yates hat der dunklen Seite des American Dream der Nachkriegszeit mit dem Ehepaar Wheeler in seinem Roman «Revolutionary Road» (1961) ein Denkmal gesetzt.
1955 leben Frank und April mit ihren zwei Kindern zwar so, als wären sie wie alle, glauben aber noch, dass sie anders sein könnten. Schließlich war April mal auf der Schauspielschule und Frank als Soldat in Paris, wo das Leben bekanntlich ganz anders tickt als in der New Yorker Vorstadt, nämlich freier, geistreicher und mondäner. Als Frank als Angestellter einer Technologie-Firma in New York City vor lauter Langeweile eine Affäre mit seiner Sekretärin anfängt, schlägt April vor, nach Paris zu gehen: Sie könne sich dort ja irgendeine ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Eva Behrendt
In einem Leitfaden der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann man lesen, derzeit sei bei ungefähr 3,4 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger von einem Alkoholmissbrauch oder einer -abhängigkeit auszugehen. Pro Jahr würden das bis zu 3000 Menschen mit dem Tod bezahlen. Dann folgt eine Anleitung, wie eine sogenannte Intervention ablaufen könnte. Es...
Klaus kann eine ganz große Demut vor anderen Leuten haben, vor Werken anderer Menschen, vor künstlerischen Hervorbringungen, nicht nur vor solchen, die Jahrtausende zurückliegen, sondern auch von denen von Zeitgenossen. Unter all dem liegen die poetischen Ströme und Räume von Klaus. Das ist es, was einen wie mich am allermeisten zu ihm hinzieht. Auch das ist schwer...
Professor Andrzej Wirth würde ich zutrauen, auch noch nach seinem Tod überraschend aufzutreten. Zwei Tage nach seinem Tod bin ich alleine in meiner Wohnung, die einmal seine war. Ich sitze im Wohnzimmer, das er Studio nannte, und höre die Badezimmertür zuschlagen. Ich schaue nach, aber da ist niemand. Ich laufe ins Arbeitszimmer, das er Salon nannte, in dem jetzt...
