Marktgemüse
Spargel» von Gianina Carbunariu (ein Einakter, der aber gerade von der Autorin zu einem abendfüllenden Stück für das Volkstheater in Wien ausgearbeitet wird) spielt in einem Supermarkt in England. Uhrzeit: 21.15, eine Dreiviertelstunde vor Ladenschluss. George, Engländer, Pensionist und Dani, Rumäne, Mitte dreißig, Spargelpflücker, studieren das Angebot. Es ist einer dieser Supermärkte, die abends ihre verderblichen Waren stark reduzieren ...
Diese Beschäftigungen wiederholen sich Abend für Abend: Warten bis zu dem Moment kurz vor Ladenschluss, in dem sämtliche Nahrungsmittel, deren Ablaufdatum unmittelbar bevorsteht, billiger verkauft werden.Die beiden Männer sind allerdings auf der Schnäppchenjagd ganz und gar in sich selbst versunken: vor allem Dani. Die Situation, auf Tagelohnbasis zu arbeiten, ohne Gewerkschaft, ohne Rechte, lässt ihn – wie Hunderte von Arbeitern – halblegal fern von zu Hause schuften. Nach einem viel zu langen Arbeitstag bleibt ihm wie seinen Kollegen aus allen «armen» Ländern Europas nichts anderes übrig, als in trostlosen Unterkünften herumzusitzen und von einem besseren Leben in der Heimat zu träumen. Der Supermarkt als Denk-, als Wegwunschraum. Dani ...
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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 173
von Barbara Weber
Thomas Arzt ist 27. Er kommt aus Oberösterreich und ist in einem Dorf aufgewachsen. 2000 Einwohner hat es, und Theater war dort, auf dem Land, mehr als genug. Da gab es eine Laienbühne, an der der Großvater eine große Rolle spielte. Es gab einen Saal mit Drehbühne, einen Fundus und viele schöne Geschichten. Und wenn andere einen Dachboden ihr Refugium nennen...
Es war einmal ... im Herzen der ökonomischen Welt, im Herzen Amerikas, Texas, da gab es einmal ein Unternehmen» – so beginnt das Märchen von einem, der auszieht, ein König zu werden. Und er zieht aus, er wird ein König, und er wird wahnwitzig reich, und dann kommen die Neider und nehmen ihm alles wieder weg und werfen ihn in den Kerker bis an sein Lebensende. Aber...
Es gibt eine Fotografie, die zeigt Elfriede Jelinek 1998 an der Seite von Einar Schleef auf der Bühne des Wiener Burgtheaters. Gespielt wird «Ein Sportstück». Jelinek und Schleef stehen auf einem Bodentuch, das mit einem Text bedruckt ist. Er im Frack, sie mit einer Kladde in der Hand, als seien sie Sänger und Pianistin eines Konzertabends. Vielleicht Schubert....
