Jenseits der Betroffenheit

François Archambaults «15 Sekunden» und Woody Allens «Riverside Drive» in Essen

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Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert zucken. 

Schon eine Prostituierte am Telefon zur Dienstleistung zu überreden, gestaltet sich für ihn als unmögliches Unterfangen.

Sein attraktiver Bruder Claude, mit dem er zusammenlebt, hat andere Probleme: Er ist trotz Diplom arbeitslos, fühlt sich gesellschaftlich blockiert und als Opfer geburtenstarker Jahrgänge. Der optimistische Pragmatismus seiner neuen Freundin Charlotte, die in einer Werbeagentur arbeitet, geht Claude bald auf den Wecker, doch Mathieu gefällt die Neue seines Bruders um so mehr. Als Charlotte bei den Brüdern einzieht, beginnt er um sie zu werben, und damit Claude sie nicht vor die Tür setzt, schlägt Mathieu seinem chronisch blanken Bruder vor, ihm sechs Monate die Miete zu bezahlen, wenn dieser ihr noch zwei Monate seine Liebe vorgaukelt. Diese Zeit will Mathieu nutzen, um Charlotte von sich zu ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Neue Stücke, Seite 44
von Natalie Bloch

Vergriffen
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Noch kollektivere Kollektive!

Diesen Herbst herrschte in London eine relative New-Writing-Flaute. Außer einer Überraschung kaum ein well written well-written-play in Sicht. Um dem legendär schlechten englischen Wetter gen Jahresende zu entkommen, bot das Londoner Theater stattdessen relativ exotische Ausflugsziele an: die Berge von Theben, eine gute Stube im revolutionären Russland, einen...

Notizen

Stopp I

Die Dresdner «Weber»-Inszenierung von Volker Lösch hat umfassende juristische Aktivitäten ausgelöst. Ausgangspunkt sind in den Original-Text eingefügte Passagen Dresdner Arbeitsloser, die als Laienchor gegen Hartz IV, Politiker und Besserverdiener wettern, das «Schröderschwein» anprangern, Ministerpräsident Georg Milbradt eine «blöde Sau» nennen und den...

Flüchtige Ahnung

Was für eine Stadt! Gegen 23 Uhr arbeitet sich die Berichterstatterin einsam, Pfeifen hilft, am Parkrand entlang zum nicht minder leeren Boulevard, der eine Art Zentrum markiert. Beate Uhse und Rossmann flimmern verlassen vor sich hin, letzte Kunden drängeln am Tresen von McDonald’s. Vom stillen Hotel aus der Blick auf den stillen Opernplatz – kein Mensch, kein...