Romeo und Julia auf dem Dorfe
Der Wiener Theatermacher Christian Suchy passt in keine Genre-Schublade. Angefangen hat er vor 20 Jahren mit sehr eigensinnigen, autistisch-komischen Soloabenden zwischen Mime und Objekttheater, in denen er beispielsweise mit Obst, Gemüse und Küchengeräten ganze Shakespearetragödien nachspielte. Suchy erwarb sich den Ruf eines Geheimtipps, kam darüber aber nicht hinaus. Die Szene, in der einer wie er ein Star wäre, müsste man erst erfinden.
Seit längerem tritt Suchy nicht mehr auf, stattdessen inszeniert er selbstentwickelte Stücke voller Sonderlinge, in denen der Dialekt eine zentrale Rolle spielt. Nach Jahren des freien Produzierens hat der 52-jährige Suchy im Theater an der Gumpendorfer Straße (Tag) inzwischen ein Ensemble gefunden, mit dem er kontinuierlich arbeiten kann.
Mit seiner jüngsten Arbeit «Bluad, Roz und Wossa» (Blut, Rotz und Wasser) kehrt Suchy nun zu Shakespeare zurück, diesmal ohne Küchengeräte. Obwohl: Wüsste man nicht, dass das Stück «sehr frei nach Shakespeares ‹Romeo und Julia›» entstanden ist, man würde es kaum erkennen. Mit der berühmtesten Liebestragödie aller Zeiten hat der Abend kaum mehr gemeinsam, als dass ein unglückliches Liebespaar am Ende tot ist. ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Wolfgang Kralicek
2./SamstaG
14.55, 3sat: Krambambuli
Spielfilm (Österreich 1998) von Xaver Schwarzenberger mit Tobias Moretti, Gabriel Barylli, Nina Franoszek, Anne-Marie Bubke u.a.
20.15, 3sat: Der Vorleser
Spielfilm (USA/Deutschland 2008)
von Stephen Daldry mit Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Bruno Ganz, Susanne Lothar u.a.
22.55, 3sat: Cabaret
Spielfilm (USA 1972) von Bob...
Der Prinz hat, nachdem er die Arme zu einer imaginären Umarmung geschlossen hat, seinen Hitz- und Kindskopf in den Sand gesteckt. Dorthin, wo aus einem Erdhaufen der eherne Arm einer gestürzten Siegesgöttin mit Lorbeerkranz hervorragt. Er ist fix und fertig – und wir mit ihm, kaum dass es für die nächsten dreieinhalb Stunden begonnen hat. Da kann Torsten Flassig...
Zum Schluss kommen ein Bühnenarbeiter mit Akku-Schrauber und eine Souffleuse auf die Bühne: Man müsse umdisponieren, eröffnen sie der erstaunten Schauspielerin – und diese realistische Bretterbühne endlich entsorgen. Und während die Schauspielerin noch schimpft, dass man ihr mitten in ihre Szene laufe, verschwinden die Pappwand mit dem Wolkenkratzer-Gemälde, der...
