Traumpapa Lear

Das «Asia Contemporary Theatre Festival» in Schanghai arbeitet am Glücklichsein

Theater heute - Logo

Happy Asia» war das diesjährige «Asia Contemporary Theatre Festival» in Schanghai überschrieben. Fragte man Nick Yu, den verschmitzten wie umtriebigen Festivaldirektor nach dem Motto, fiel die Antwort wellnessmäßig schlicht aus. Er fände, die Menschen seien zu gestresst, zu besorgt um ihr wirtschaftliches Fortkommen, ihren beruflichen Erfolg in der neuen Zeit. Deshalb möchte er, dass sie einmal abschalten können und für einen Theaterabend glücklich sind. Nick Yus Bemühung um «Happiness» ist eine Form von Pionierarbeit im heutigen China.

Das Festival, ursprünglich im japanischen Kobe als «Asian Theatre Festival» gegründet, wurde erstmals vor einem Jahr in Schanghai veranstaltet. Hier entwickelt es sich langsam.

Wie bei so vielen Disziplinen des modernen Lebens, das binnen kurzer Zeit über die chinesische Gesellschaft gekommen ist, fehlt es an der dazugehörigen Infrastruktur. So wie sich Museen für zeitgenössische Kunst ihre Besucher erst heranbilden müssen, mangelt es dem Gegenwartstheater an einem interessierten Publikum; von einer ausgeprägten Kritik ganz zu schweigen. Beim Buhlen um die junge Zuschauerschaft sieht es sich in Konkurrenz zum Fernsehen, was Mitte der neunziger Jahre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Matthias Dell

Vergriffen
Weitere Beiträge
Unsere Wikipedia-Welt

Wir waren schlecht, würde ich sagen. zumindest an jenem freitag abend im november. wenig wurde aus ihm gemacht von unserer seite. ein braves publikum, das eher eindimensionalen vorstellungen von wissensvermittlung folgte. ein braves publikum, das dem vermeintlichen expertenwissen zu folgen schien, wohin es einen auch führte. wenig widerspruch. wenig...

Das Manifest des Kritikers

Hört her! Der Theaterkritiker hat ein Manifest geschrieben. Und was für eins. Es strotzt nur so von altbackenen Phrasen, von Unterstellungen und Bezügen, die mit unserer Zeit und dem Theater, das in ihr stattfindet, kaum noch etwas zu tun haben. Der Kritiker beklagt, dass das deutsche Theater an Gefühlsarmut, an arroganten und verblödeten Regisseuren und...

Der richtige Augenblick, bürgerlich zu werden?

Ja, «warum können wir nicht ein Leben lang Kinder bleiben?» Warum nicht einfach stehenbleiben im Zustand nicht der Unschuld, sondern der Ahnungslosigkeit, die von Vergänglichkeit noch nichts weiß und an die Auflösung in der Liebe als Dauerzustand glauben kann? Und in der süßen Verantwortungslosigkeit fürs eigene Leben? Die Frage stellte Ferdinand Bruckner 1926 in...