Ich bin eine Ameise
Unter den jungen und aufgekratzten Menschen, die an diesem Frühsommerabend an den Cafétischen vor der Amsterdamer Stadsschouwburg sitzen, ist er der Mann, der am lautesten lacht. Es ist ein dröhnendes, markerschütterndes Lachen, das wie ein Theatereffekt wirkt. Simon Stone trägt einen eng sitzenden dunkelblauen Anzug, er zeigt seine prächtigen weißen Schneidezähne und einen sehr sonnigen Blick aus hellblauen Augen. Immer wieder erhebt er sich höflich vom Tisch, um Schauspieler, Dramaturgen oder Freunde aus München, Wien und London zu begrüßen.
Solange er im Konversationston spricht, wirkt er, als sei er bestens aufgehoben in dieser Abendgesellschaft. Sobald er loslacht, hört sich Stone allerdings an wie der Nerd, der er in seinen Jugendjahren wohl tatsächlich war.
Er selber schildert es so: «Ich hatte mit 15 nicht viele Freunde. Damals beschloss ich, Schauspieler zu werden. Ich nahm mir ein Jahr lang in der Schule jede Woche einen Krankheitstag, trank im Bett Tee und las den kompletten Shakespeare. Meine Mutter war entsetzt, aber sie konnte nichts ausrichten. Es wäre lustiger gewesen, den coolen Typen zu spielen und auf Partys zu gehen, aber ich war dazu nicht imstande.»
Anderth ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Regie des Jahres, Seite 96
von Wolfgang Höbel
Und wenn ich mich trotzdem vermehren will? Sie hat die Schnauze voll von scheiternden Beziehungen und den endlosen Was-wäre-wenn-Gesprächen und Selbstbefragungen, die irgendwann einmal zu der Zeugung eines gemeinsamen Kindes führen könnten. Sie entscheidet sich, eigenständig zu handeln.
Und trifft auf den Arzt, einen erfolgreichen Reproduktionsmediziner, der legale...
Es gibt diese Bemerkung von Furio Colombo aus Pasolinis letztem Interview: «Die Situation, die du ständig anprangerst, sie ist es letztlich, die dir erlaubt, Pasolini zu sein.» Man ist als Künstler auf den Widerstand angewiesen, an dem man sich reibt. Es ist unsere Aufgabe, die Grenzen der Kunst immer weiter auszudehnen: neue, noch unbekannte Akteure zu erfinden,...
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