Auffallend unauffallend
Schauspiel ist die Kunst des Moments, es soll hier und jetzt entstehen. Auch wenn eine Vorstellung schon 50 Mal gespielt wurde, soll es für das Publikum das erste Mal sein, dass der Schauspieler den Text spricht. Deswegen sage ich oft zu den Schauspielern: Spielt durch die Form hindurch, die Form soll dich nicht hemmen. Die Rückseite der Form soll klar, das Denken soll sichtbar werden. Es ist ein zum Scheitern verdammtes Unternehmen. Aber genau darin zeigt sich Schauspiel als etwas Menschliches. Die Akzeptanz des Scheiterns ist für mich die Schauspielkunst.
Deswegen finde ich das deutsche Wort «proben» – auf Niederländisch «proberen», «versuchen», stimmiger als das französische «répéter», etwas «wiederholen».
Sandra Hüller arbeitet meiner Meinung nach im Sinne des Versuchs. Für sie gibt es für jede Wahl eine gegensätzliche Möglichkeit. Eine genaue Textbehandlung durchschneidet sie mit einem hohen und lauten Schrei, als würde der Nachbarkatze der Hals umgedreht. Das Publikum erschreckt sich zu Tode, der Regisseur ist der Schauspielerin dankbar. Was sie will: Ich will, dass Sie, verehrtes Publikum, auf der Kante Ihres Stuhls sitzen und dass Sie zuhören. Ich habe etwas zu erzählen, ...
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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 95
von Johan Simons
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«Studie zu drei mythen der gegenwart» untertitelt Fritz Kater sein neues Stück «demenz depression und revolution». Mythen wurden und werden vor allem aus zwei Gründen erschaffen: um eine Erklärung für Unerklärliches zu finden und somit die Angst zu verkleinern und um den eigenen Standpunkt zu bestimmen – in ihnen drückt sich ein Welt- und Selbstverständnis aus. Bei...
A
Jorieke Abbing
Es schneit Eiderdaunen (Landesbühne Bruchsal)
B
Sergi Belbel
In der Toskana (Staatstheater Darmstadt)
Im Abseits (Nationaltheater Weimar)
Stephen Belber
Match (Hamburger Kammerspiele)
Moira Buffini
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C
Alexi Kaye Campbell
Apologia (Städtische Bühnen Münster)
Marina Carr
Phaedra rückwärts (Staatstheater...
