Festival: Ein Triumph der Gelenkigkeit

Gerade erst wiederbelebt, macht sich das Theaterfestival Basel unverzichtbar

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Der Herrgott hätte ruhig ein paar Flöhe und Wanzen weniger erschaffen können. So denkt ein Missionar, den ein halbes Jahrhundert Kongo ausgesaugt hat. Pater André ist auf Vortragsreise. Linkisch blinzelt er in die Schein­werfer, er räuspert sich, blättert fahrig im Manuskript, als könnte das, was er erlebt hat, ohnehin keiner in Worte fassen.

Pater Andrés Kirchenbezirk ist denkbar unzugänglich. Er holpert im Jeep durch den Busch und bezahlt die Dörfler am Weg dafür, dass sie ihn aus Schlammlöchern schaufeln, die sie mutmaßlich selbst gebuddelt haben.

Früher, als sein Knie noch nicht steif war, hat André das Motorrad vorgezogen, so eine leichte Knatter-Yamaha, man muss allein drunter vorkriechen können, denn wer in Zentralafrika auf einer einsamen Dreckpiste unter die Maschine stürzt, wird vom Ungeziefer aufgefressen, bevor Hilfe kommt.

Den «weißen Vater» auf Heimaturlaub spielt Bruno Van­den Broecke, und wer ihm beim Theaterfestival Basel an den Lippen hing, in «Mission», diesem hintergründigen Zweistundenmonolog des Dramatikers und «Kongo»-Bestsellerautors David Van Reybrouck, der weiß, warum Vanden Broecke daheim in Belgien begehrt ist. Man möchte diesen Schauspieler noch in ...

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Theater heute November 2012
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Stephan Reuter

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