Aufgewacht in Ruinen
So kennt man ihn. Immer mit einem Programmheft in der Hand, das er dem Gesprächspartner auf jeden Fall zusteckt. Neuerdings legt er noch einen drauf und überrascht den Premierenbesucher mit einem Sektglas und der blauen Blume der Romantik im Revers. Man darf sinnieren, ob er mit dem blauen Touch lediglich sein «Ich krieg euch alle»-Lächeln untermalen will oder nicht doch ganz nebenbei ein Bekenntnis zur Stätte seiner neuen Intendanz ablegt.
Peter Spuhler ist in einer Stadt angelangt, die verkrampft mit der eigenen romantischen Vergangenheit kokettiert und darüber gelegentlich die Gegenwart vergisst. Dass beim zuständigen Regierungspräsidium noch kein Antrag auf Zulassung eines Schildes mit der Aufschrift «Hauptstadt der Romantik» an der A5 vorliegt, kann nur damit zu tun haben, dass vorne an der Autobahn zuerst einmal die in den USA und Japan so überaus beliebte Schlossruine platziert werden musste.
«Romantik» und «Ruine» sind denn auch die Stichworte für die Städtischen Bühnen Heidelbergs. Wer hier was werden will, sollte sich mit dem Romantikschleier über der Stadt arrangieren, ohne selbst im Ungefähren des blauen Dunstes zu verschwinden. Und wer hier einen Neustart versucht, ...
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Wer alles liest, hat nichts begriffen, sagte er», spricht Thomas Holtzmann. «Der lesende Mensch ist wie der fleischfressende auf die widerwärtigste Weise gefräßig und verdirbt sich wie der fleischfressende den Magen und die gesamte Gesundheit, den Kopf und die ganze geistige Existenz», sagt Reger, formuliert Holtzmann. «Die höchste Lust haben wir ja an den...
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Klaus Pierwoß Als passionierter Bootsfahrer sage ich: Wir sind an einer tödlichen Klippe vorbeigeschrammt. Es ist nicht leicht, künstlerischer Leiter eines Unternehmens zu sein, dem das Kainszeichen der Insolvenz auf die Stirn...
