Nürnberg: Fliegender Wechsel

John von Düffel nach Shakespeare «Römische Trilogie» (U)

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Shakespeare für Eilige, für Manager oder zum Einschlafen: Die Sucht, Klassiker einzudampfen und zu kompilieren, treibt aberwitzige Blüten. Zur Erweiterung des Zitatenschatzes und der Halbbildung wird da Weltliteratur zerpflückt und zerstückelt und in Häppchenform weiter­ge­reicht. Das Theater macht mit: Als eine Art Hochkultur-Medley kamen da schon mal «Sämtliche Werke» des Engländers an einem Abend auf die Bühne – mit dem neckischen Zusatz «leicht gekürzt». Was das soll, danach fragt längst keiner mehr. Dichtung als Schnellimbiss.

John von Düffel ist an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Fürs Nürnberger Staatstheater etwa hatte er bereits Sophokles, Euripides und Aischylos in einem Best-of der frühen griechischen Katastrophen zusammengefasst («Ödipus/Stadt»). Jetzt also Shakespeare. «Römische Trilogie» nennt er die Arbeit, die sich inhaltlich bei den Tragödien «Coriolan», «Julius Cäsar» und «Antonius und Cleopatra» bedient und dabei den Umgang mit Herrschaften und den Missbrauch von Macht thematisiert (unter dem Titel «Romeinse tragedies» hatte das die Toneelgroep aus Amsterdam in der Regie von Ivo van Hove schon mal gemacht, aber viel eigenständiger und losgelöster von den ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Bernd Noack

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