The Hope-Business
Hilfe, dieser Film macht sentimental! Selbst wenn das Living Theatre im eigenen Mythenhaushalt kaum eine Rolle spielt, selbst wenn man wie der Regisseur Christoph Schlingensief im DVD-Bonusmaterial fest davon überzeugt ist, es sei «totaler Blödsinn» zu glauben, ein Theaterstück könne politisch etwas bewirken: Dirk Szuszies Dokumentarfilm «Resist» rührt empfindlich an schon etwas angegilbte Zeltlagergefühle, Weltreiseambitionen und Jeder-Mensch-ist-ein-Künstler-Überzeugungen.
Wirklich sehenswert macht den 2003 herausgekommenen und jetzt auf DVD erschienenen Film jedoch die Tatsache, dass das Living Theatre diese klassischerweise der Adoleszenz zugeordneten Gefühlslagen und Praktiken auf konsequente und beängstigend ungebrochene Weise konserviert hat. Und zwar bis ins hohe Alter: Judith Malina, die die Truppe 1947 zusammen mit dem 1985 verstorbenen Julian Beck gegründet hat, zählt mittlerweile fitte 83. Die engsten Getreuen sind zwar noch zwanzig, dreißig Jahre jünger, müssen aber ebenfalls erste Gebrechen und Grausträhnen im Langhaar registrieren.
Nichtsdestotrotz ist das Living noch um die Jahrtausendwende dorthin gereist, wo es politisch gebrannt hatte oder noch brannte. Regisseur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Happy Asia» war das diesjährige «Asia Contemporary Theatre Festival» in Schanghai überschrieben. Fragte man Nick Yu, den verschmitzten wie umtriebigen Festivaldirektor nach dem Motto, fiel die Antwort wellnessmäßig schlicht aus. Er fände, die Menschen seien zu gestresst, zu besorgt um ihr wirtschaftliches Fortkommen, ihren beruflichen Erfolg in der neuen Zeit....
Der Jud’ tut gut.» Dieser Satz klingt ein wenig seltsam in Nazideutschland, aber er fällt nun doch in einem Film, der von sich im Untertitel behauptet, «die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler» zu erzählen: «Mein Führer» von Dani Levy ist eine Komödie, unschwer zu erschließen aus der Tatsache, dass es Adolf Hitler selbst ist, der den Satz sagt. «Der Jud’...
War da was? Oder besser: Was war da? Denn eigentlich hat ja niemand die «Copa da Cultura» übersehen können, diesen Marathon der Künste, den Brasilien, das Aufsteiger-Land mit den maßlos überschätzten WM-Favoriten, dem Gastgeberland des Kicker-Gipfels beschert hatte, pünktlich zu Beginn mit dem feinen kleinen Festival «Brasil em Cena» auf den Berliner HAU-Bühnen,...
