Heiteres Ikonenbashing
Der kleine Reger. Ein Schwarzbuch der abendländischen Kunst und Kultur» heißt der Abschnitt im Programmheft zu Thomas Bernhards «Alte Meister», in dem der Dramaturg Roland Koberg von B wie «Beethoven» bis Z wie «Zeitungen, österreichische» prominente Vernichtungshöhepunkte der Textfassung verschlagwortet hat. Gustav Mahler? «Der überschätzteste Komponist des Jahrhunderts.» Wolfgang Amadeus Mozart? «Voller Unterröckchen- und Höschenkitsch.» William Shakespeare? «Die Sätze gehen uns auf die Nerven.» Martin Heidegger? «Ein Voralpenschwachdenker.
» Die sogenannten freien Künstler? «Skrupellose Verlogenheitsenthusiasten, die sich dem katholischen Staat angebiedert haben.» Der Papst? «Ein genauso hilflos-grotesker Mensch wie alle anderen auch.» Und der Anfang allen Übels, der Staat: «Wir sehen, wohin wir schauen, nur Staatskinder, Staatsschüler, Staatsarbeiter, Staatsbeamte, Staatsgreise, Staatstote.»
Verständlich, dass Thomas Bernhard seinen 1985 erschienenen Prosaband der Gattung Komödie zuschlug. Denn was gibt es Komischeres als ein heiteres Ikonenbashing – und als unglückszerfressene Kritiker, vor deren Augen nichts und niemand Gnade findet? Natürlich verbirgt sich hinter den nicht ...
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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Eva Behrendt
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Was eigentlich ist geschehen in diesem Sommer 2015? Und was geschieht seitdem? Die Welt rückt uns, die wir so geschützt im Herzen Europas liegen, näher. Die katastrophalen Zustände in Syrien, im Kongo, im Kosovo oder an vielen anderen Stellen der Welt führen dazu, dass Menschen ihre Heimat hinter sich lassen und zu uns kommen. Die Welt klopft persönlich bei uns...
Auf Vimeo gibt es einen zwei Jahre alten Clip von Konstantin Küspert, aufgenommen im medizinhistorischen Institut der Berliner Charité, wo er sich vor einer alten, badewannengroßen eisernen Lunge in Begeisterung redet. Mit seinem schwarzen Pullover, schwarzem Schlips zum weißen Hemd und der eckigen Randlos-Brille sieht er darin aus wie ein jung-dynamischer...
