Im Auge des Verrats

Enis Maci Ein neues Stück, noch ohne Titel

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Eine Frau, ein Mann und ein Auto. Eine Spazierfahrt? Oder eine Fahrstunde? Wie stehen die beiden zueinander? Orte und Begebenheiten am Straßenrand konfrontieren sie mit teils verdrängten Erinnerungen. Die Fahrt führt zunächst durch eine Stadt, an Orte, die sich in den Biografien der beiden mit Bedeutung aufgeladen haben. Schöne und schmerzliche, traumatische und verdrängte. Der erste Weg führt zu einer Grundschule, in die die Frau ging – daneben eine psychiatrische Praxis. Dort versuchte vor langer Zeit ihr Vater, die Schmerzen seiner Vergangenheit zu lindern.

Welche Dämonen verfolgten den Vater?

Im Radio laufen Berichte, Interviews, Musik und fließen mit der Gedankenwelt der beiden Insassen des Autos zusammen, kontrastieren oder beflügeln deren Fantasien. Immer mehr verschwim­men die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Imagination.

Das Auto scheint seine große Zeit hinter sich zu haben: Der Verbrennungsmotor gilt als nicht mehr zeitgemäß, die Entwicklung selbstfahrender Autos stellt das Konzept des Individual­verkehrs grundsätzlich in Frage. Das Auto taugt nicht mehr zum Symbol sozialen Prestiges, jedenfalls nicht mehr in dem Maße wie in der zweiten Hälfte ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 171
von Tobias Schuster

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