Lob der Provinz

Die Staatsministerin für Kultur und Medien Christina Weiss startet ihre Theaterinitiative mit einer Reise durch die neuen Bundesländer

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Es war wie beinahe jedes Jahr. Als die siebenköpfige Jury des Theatertreffens Ende Februar nach eines langen Tages Diskussionen über ihre Favoriten aus 300 Inszenierungen landauf, land­ab erschöpft auf das «Tableau» der Einladun­gen blickte, sah sie: 2 x Berlin, 2 x Hamburg, 2 x Münchner Kammerspiele, 2 x Zürich, 1 x Wiener Burgtheater und, immerhin, 1 x Hannover. Wieder war es ein Metropolenfestival geworden; wieder war es eine unbeabsichtigte, aber den Verhältnissen entsprechende Ohrfeige für die so genannte Provinz.

Die tollen Schau­spieler, die avancierten Regiekonzepte: Mehr denn je konzentrie­ren sie sich in den Zeiten des kommunalen Sparens auf die Reservate der ökonomisch besser gestellten Großstadttheater. Das Berliner Theatertreffen und seine viel kritisierten Best-of-Entschei­dungen bilden nichts anderes ab als diese Entwicklung.
Es war vermutlich kein Zufall, dass sich nur zwei Wochen nach Bekanntgabe der Auswahl eine Busladung von Theaterkritikern auf Einladung des Bundespresseamtes und initiiert von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Christina Weiss, aufmachte in die wieder einmal vernachlässigten (wenn auch nicht übersehenen) Provinzen des anderen Theaters. ...

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Theater heute April 2005
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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