Love me tender
Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann.
Sie hatte ewig warten müssen, im glitzernden kleinen Schwarzen nur ab und zu großäugig und dunkel lachend in die Kamera charmiert, während die blonde FDP-Frau gegen den Mütter-Mythos wetterte, ein durchgeknallter Parapsychologe und Spukforscher nicht zu Potte kam, eine lettische Orgelspielerin Sexyness und Kirchenmusik zusammenbrachte, der Fliegenträger von der SPD den Zwei-Klassenstaat anprangerte. Dann ist sie endlich dran, «die Frau für starke Auftritte, Liebling des Hamburger Publikums», wie Moderator Giovanni di Lorenzo hingerissen anmerkt, um dann teilnahmsvoll anzufragen, ob das wohl den Neid der Kollegen wecke? Nein, sagt sie, eine Rampensau macht den anderen Mut. Mut, ein Fest zu feiern, wenn man spielt. Sie spricht vom Geschenk der Selbstvergessenheit in der Musik, von der Jugendliebe zu einem französischen Pantomimen und von der zu Peter Brook und ...
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Das Stück, von dem hier die Rede sein soll, ist ein Auftragswerk, zu dem wir die Autorin Felicia Zeller eingeladen haben. Äußerer Anlass für uns war der «Fall Kevin», die Geschichte des kleinen Jungen aus Bremen-Gröpelingen, der an den Folgen schwerer Kindesmisshandlungen starb und im Oktober 2006 tot im Kühlschrank der elterlichen Wohnung gefunden wurde. Kevin ist...
Nachdem sie mit zwölf Jahren zum ersten Mal im Theater war, teilte sie den Eltern ihren Entschluss mit, Schauspielerin zu werden. Von da an hat Constanze Becker ihr Ziel mit aller Kraft und Entschiedenheit verfolgt. Die Unerbittlichkeit, die sie dabei an den Tag legte, ist aufs Eindrucksvollste in Andres Veiels Film «Die Spielwütigen» (2005) dokumentiert. Constanze...
Man kann in Berlin in diesem Sommer kaum mehr zum Zahnarzt gehen, ohne von einem verzückten Dentisten auf Peter Steins «Wallenstein» angesprochen zu werden. Vielleicht liegt es nur an den berufsständischen Parallelen: Wo der eine zehn Stunden schenkelstarre Zuschaudemut verlangt, lebt der andere von jeher davon, Menschen in einen Sessel zu bitten, in dem sie...
