Der Mann am Eingang

Mehr Heimat geht nicht: Wolfram Hölls «Disko» in der Diskothek des Schauspiels Leipzig, uraufgeführt von Ivan Panteleev

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Im Anfang war das Wort, und das Wort war beim Lied. Aber da blieb es nicht lange kleben, sondern flutschte weg, verwandelte sich, wurde wieder Melodie, eine andere Melodie, Theatermelodie, Sprachmelodiesprechwerk. So fließt oder besser flowt es in Wolfram Hölls neuem Text «Disko», der sich im Anhang ausdrücklich bei Größen des Elektro- und Plastikpop bedankt: bei Daft Punk, Animal Collec­tive, Kylie Minogue und einigen anderen.

Von ihnen hat sich Höll melodische und eben auch lyrische Inspiration geholt, Wortwogen also: «Ich / krieg / dich / einfach / nicht aus / meinem / Kopf», heißt es, wenn bei Höll eine Frau losspricht und ihr dabei in herrlich spröder Übersetzung Verse aus Kylie Minogues «Can’t get you out of my head» aus dem Mund purzeln. Der Diskopop hat allen hier die Hirne weich gemacht. Die Knie sowieso.

«Disko» ist ein Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig und seine auch überregional hochgeachtete Spielstätte für neue Dramatik, die Diskothek. Hölls beide beim Mülheimer Dramatikerpreis 2014 bzw. 2016 prämierten Werke «Und dann» und «Drei sind wir» kamen hier zur Uraufführung (und «Disko» ist jetzt ebenfalls zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen). «Disko» für die ...

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Theater heute April 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Christian Rakow

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