Hell und bloß
Im Frankfurter Schauspielhaus ist Wanda Golonka als Hausregisseurin die Spezialistin für ungewöhnliche Raumkonzepte. Mit Vorliebe bespielt die französische Regisseurin und Choreografin auch die nicht-öffentlichen Bereiche des Theaters oder schafft in den gewohnten neue Räume. Auch für ihre neueste Produktion darf sich das Publikum nicht in die Sessel bequemen, sondern wird hinter die Kulissen geschickt.
Zu beiden Seiten werden die Zuschauer im Gänsemarsch eingelassen, vorbei geht es an Kabeln und Monitoren durch die Feuer- und Lärmschutztüren, bis sich plötzlich im Halbdunkel ein hoher, kreisrunder Innenraum öffnet. Es ist erstaunlich, wie sich die karge, weite, eckige Bühne in einen magischen Rundbau verwandelt hat. Nur in Umrissen erkennt man die Dimensionen des Raumes, der, durch mächtige Vorhänge begrenzt, Geheimnisvolles verspricht.
Zum Auftakt des 15. Festivals der Union des Théâtres de l’Europe (UTE), das dieses Jahr zum ersten Mal in Frankfurt am Main stattfand, hat Golonka Sarah Kanes «Gier» inszeniert. «Gier» ist das letzte Stück Kanes, dessen Uraufführung die Autorin noch selbst erlebte, und man könnte sagen – wenn es nicht zu stark nach Zynismus klänge – ein Spätwerk ...
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Franz Wille «Heuschrecken», Ihr neuestes Stück, kann man als Fortsetzung der «Belgrader Trilogie» und «Familiengeschichten. Belgrad», den Serbien-Stücken von Mitte und Ende der neunziger Jahre, lesen. Seitdem ist viel geschehen. Milosevic ist tot, die EU wächst und wächst, Serbien ist ein – na, fast – demokratischer Staat. Alles hat sich bestens entwickelt?
Biljan...
Beim Studium des Stadtplans meint man, auf ein Patchwork mit blinkenden Einzelteilen zu blicken. Die «Barrios» etwa sehen aus, als signalisierten sie in roter Farbe, dass man die wie Wespennester an den Steilhängen von Caracas klebenden Armenviertel auf keinen Fall betreten sollte. Derart abgeschottete Armutsenklaven finden sich allerdings auch in reicheren...
Natürlich führt der Weg nach Potsdam an diesem Abend über Berlin. Wer was zu sagen haben will hinterher, hat als Wegzehrung natürlich jene Fassung von Henrik Ibsens unverwüstlicher «Hedda Gabler» dabei, die Thomas Ostermeier in dieser Spielzeit bereits für die «Schaubühne» fertigte; und die zum Theatertreffen eingeladen wurde. Weil aber das so ist und jeder um...
