Alles ist verhandelbar
Alte, aber gute Frage: Was ist Glück? Klar: Für jeden etwas anderes. Und mancher vermutet es gern bei den anderen. Zum Beispiel bei Ellen und Tom: Mitte 40, beruflich sehr erfolgreich und immer unterwegs. Gerade waren sie in Japan, um Ellen ein Tattoo machen zu lassen – jenes, das ihre beste Freundin Mara bereits hat, die jetzt zum Abendessen zu Gast ist und ihr neues Kleid aus Mailand bewundern lässt.
Ach, wer so ein Leben führt, wo es zu den drängendsten Fragen gehört, ob man nun spanisches oder italienisches Öl an die Garnelen tut – was könnte der vermissen?
Maras Antwort: ein Kind. Ein Wunsch, der das gediegene Abendessen sprengt. Denn auf Maras erst subtile, dann eindeutige Anfrage, Tom als Samenspender zu gewinnen, reagiert dieser zu interessiert und Ellen zu entsetzt als die zuvor demonstrierte Freude der beiden an der eigenen Kinderlosigkeit erwarten ließ. Der Grund für den Eklat folgt bald: Tom überrascht Ellen mit der Behauptung, sich immer nur ihrer Verweigerung gefügt zu haben und muss seinerseits erfahren, dass Ellen wiederum in der Angst, mit Kind für Tom zur Last zu werden, vor zehn Jahren eine Abtreibung vornehmen ließ.
Woanders wäre das bereits der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Andreas Wilink Der Kölner Stadtrat hat einerseits den enorm teuren Neubau des Schauspielhauses beschlossen und droht andererseits mit Kürzungen des Etats. Wie löst sich und wie lösen Sie diesen Widerspruch auf?
Karin Beier Ich habe in den vergangenen Wochen öffentlich alles zur Zukunft des Kölner Schauspiels gesagt, was mir wesentlich erschien, und warte jetzt erst...
Amerika, du schöner Traum! Mit harter Arbeit und gutem Willen schafft es dort jeder. Der Einwanderer Moe Baum ist Geschäftsmann geworden, macht in Aktien und lässt sich vom Chauffeur durch die Großstadt kutschieren. Die Wirtschaft boomt, Hochhäuser wachsen in den Himmel, der Frisör spekuliert sich reich. Lee, der Sohn, träumt von der Karriere als Künstler, Mama...
Ein Konjunkturzyklus funktioniert im Kleinen so: Jemand erfindet ein Produkt, das alle Leute gerne haben wollen, sagen wir einen mp3-player oder das Auto. So langsam entsteht Nachfrage nach der noch seltenen Ware, und die Preise sind hoch. Das bemerken aufmerksame Hersteller, die auf den Zug aufspringen wollen und Fabriken aus dem Boden stampfen. Irgendwann gibt es...
