Anders, als man denkt
«Altendorf ist da, wo es anfängt, nach Döner zu riechen. In Altendorf kann jeder Tag dein letzter sein.» Sätze wie diese schleudern die Jugendlichen zur Begrüßung Richtung Publikum und stellen dann nüchtern fest: «Altendorf ist da, wo ihr nie hingeht.» Stimmt. Selbst wenn man nur wenige Kilometer entfernt wohnt, kommt man hier nicht hin. «Dicht besiedelt und einkommensschwach», heißt es im Jargon der Städteplaner, «dreckig, verbaut, runtergekommen» könnte man auch sagen.
Doch die zwölf Jugendlichen aus Altendorf, deren Nationalitäten mindestens so zahlreich sind wie die der deutschen WM-Mannschaft, verteidigen ihren Stadtteil, machen ihm am Ende gar eine Liebeserklärung. Auch ThyssenKrupp sieht Potenzial in Altendorf, hat seine gläserne Hauptverwaltung hier angesiedelt und ist dabei, ein neues urbanes Viertel entstehen zu lassen.
Dass die Interessen von Krupp nicht unbedingt die Interessen der Jugendlichen sind, wird in «Alles außer abhauen» schnell klar. In der «dokufiktionalen Inszenierung», die Ines Habich mit den Jugendlichen entwickelt hat, verschmelzen biografische Elemente mit fiktiven Figuren, spiegeln kurze Szenen und Songs die Suche nach Freundschaft und Liebe. Der Abend ...
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