Ende und Anfang der Arbeit
Das Ende der Arbeit beginnt dort, wo die menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt wird.
Auch in Rinkes neuem Stück aus der Welt der Arbeitslosen gibt es dieses klassische Modell einer technischen Innovation, die menschliche Arbeit überflüssig macht: Der Nummernautomat in Rinkes Arbeitsamt wird umgerüstet zu einer Voicemailbox, die im Laufe der Zeit auch die Aufgaben der Jobvermittlung übernimmt – man tippt seine Bearbeitungsnummer ein und die freundliche Stimme einer bekannten Fernsehmoderatorin bietet Gelegenheitsarbeiten an, bis auch diese ausbleiben und nur noch ein Umherirren im Mail-Labyrinth zwischen «Umschulung» und «Frühpension» möglich ist. Es ist schon bitter, dass unsere Realität diesen Einfall Rinkes nicht besonders abwegig erscheinen lässt.
Die alten Arbeitsämter, abgelöst durch Jobcenter, die wie Waschsalons 24 Stunden, auch sonn- und feiertags geöffnet sind, nur die Vermittler und vor allem die Stellenangebote bleiben aus. Wer mit dem Teufel namens «Ökonomischer Zeitgeist» isst, muss lange Löffel haben: Folgerichtig fällt bei Rinke der Leiter des Amtes seiner eigenen Idee der digitalisierten Betreuung zum Opfer und wird ins Heer der Arbeitsuchenden ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 160
von Rita Thiele
+ Während sich Arm und Reich in Deutschland wieder schärfer trennen und neu sortieren, müssen sich auch die Bühnen altneuen Fragen stellen. Warum kommen immer dieselben Häuser zum Berliner Theatertreffen? Wie gut und ambitioniert ist das Schauspiel in der sogenannten Provinz? Welche Dynamik hat die deutschsprachige Bühnenszene in den letzten Jahren erfasst? Ob wir...
Mitten in der Nacht wacht ein Mann aus tiefem Schlaf auf. In seiner Küche findet er eine ihm unbekannte Frau vor, die behauptet, mit ihm verheiratet zu sein. Weder durch höfliche Worte noch durch die Androhung von Gewalt kann er sie dazu bringen, seine Wohnung zu verlassen. Erst als ihm Beweise vorgelegt werden, dass der Irrtum auf seiner Seite liegen muss, kommt...
15 Jahre nach der Wende hatte die Vernunft das Problem längst abgehakt: Ost oder West dürfe keine Rolle mehr spielen, die Unterscheidung sei historisch überholt. Aber wer hört schon auf die Vernunft? Bei der Diskussion um den zukünftigen Intendanten des Deutschen Theaters Berlin durchbrachen die alten Vorurteile mit Begeisterung alle Schranken und mündeten in ein...
