E ist U und U ist E

Eine Ausstellung der Deutschen Kinemathek in Berlin führt zurück in das «Experimentelle Fernsehen der 1960er und 70er Jahre» – eine Wundertüte, die auch Peter Zadek und Samuel Beckett enthält

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Beim neuen ZDF-Kulturkanal, seit Anfang Mai digital auf Sendung (also nur für eine begrenzte Anzahl von Zuschauern überhaupt empfangbar), müsste die Ausstellung, die die Deutsche Kinemathek zu «Experimentelles Fern­sehen der 60er und 70er Jahre» zusammengetragen hat, tiefe Neidgefühle auslösen. E und U, das der Kulturkanal als mannshohe Großbuchstaben programmatisch durchs Programm schwenkt, Kultur und Pop sind damals vor allem in den 3.

Programmen der ARD gelegentlich eine so unfassbar schwerelose Verbindung eingegangen, als sei der Traum vom Massenpublikum, dem man die Avantgarde zumuten kann, momentweise wahr geworden. Dabei hatte das intellektuelle bundesdeutsche Milieu zunächst mit Abwehr und Naserümpfen das neue Medium betrachtet, das Anfang der 60er begann, im großen Stil die Wohnzimmer zu erobern.

Es galt als verdummende «Einwegkommunikation»; Josef Beuys verklebte 1963 die Mattscheibe öffentlich mit Filz («FilzTV»), Wolf Vostell begrub in New York im selben Jahr eine Glotze, Enzensberger polemisierte gegen das «Nullmedium». Marshall McLuhan verfasste 1967 seine Analyse «The Medium is the Massage», dessen Titel einem Druckfehler entsprang, den McLuhan begeistert begrüßte. ...

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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Magazin: Ausstellung, Seite 61
von Barbara Burckhardt

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