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Neue Stücke

Anfang der Spielzeit erklärte der Kritiker Peter Kümmel den Zombie zum Paradigma der Theatergegenwart: Um ihre aufgeklärte, vulgo blasierte Distanz zu fiktiven Figuren zu demonstrieren, würden die Schauspieler sie nur als Halb­tote interpretieren. Umso interessanter ist da natürlich ein Stück zeitgenössischer Dramatik, in dem die Figuren von vornherein als Zombies konzipiert sind wie in Christian Lollikes Drama «Die lebenden Toten» (R. Tilmann Köhler) am Staatsschauspiel Dresden.

Darin bewegt sich eine wasser- und kälteresistente Zombie-Armee übers Mittelmeer auf Europa zu. Wir sind gespannt auf den blasierten Einfühlungswiderstand! – Auch Sascha Hargesheimers «Die europäische Wildnis, eine Odyssee», eine Koproduktion des Schauspiel Frankfurt mit den Ruhrfestspielen, beschäftigt sich mit «der Abwehr gegen alles, was von außen eindringen könnte» (R. Katrin Plötner), während Christoph Nußbaumeders «Das Wasser im Meer», ein Auftragswerk des Landestheaters Linz, von den böhmischen Vertrie­be­nen nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt (R. Gerhard Willert). Falk Richter denkt in «Città del Vaticano» am Schau­spielhaus Wien mit dem Choreografen Nir de Volff über unser Verhältnis zu ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Daten, Seite 70
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