Fernsehen: He too
Lasst mich in Ruhe» – das waren bekanntlich Brechts letzte Worte, bevor er am 14. August 1956 58-jährig für immer die Augen schloss. Es ist ausgerechnet Barbara Brecht-Schall, die diese Worte in die Kamera spricht, Brechts Tochter und Gralshüterin, die im Verbieten von allem, was mit dem heiligen Vater zu tun hat, normalerweise schnell zur Stelle war.
Ob sie Heinrich Breloers Dokufiction «Brecht» hätte durchgehen lassen?
Breloers Methode ist bekannt, er praktiziert sie seit 35 Jahren: das biografische Dokudrama, eine Mischung aus dokumentarischem Material, Interviews und opulent gedrehten Spielszenen. Nach Albert Speer, Uwe Barschel, Herbert Wehner und den Manns nun also Brecht in zwei Neunzigminütern für arte und ARD, die im März ausgestrahlt werden und bei der Berlinale zur Weltpremiere kamen.
Breloer interessieren an Bertolt Brecht vor allem dessen Frauen. An ihnen entlang erzählt Breloer vor allem im ersten Teil das Leben des V-Effekt-Erfinders aus Augsburg, von der ersten Liebe zur naiv widerständigen Paula Banholzer (Mala Emde), die von ihm schwanger wird, bevor er sie für die glamouröse Opernsängerin Marianne Zoff (Friederike Becht) verlässt, mit der fleißigen und ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Barbara Burckhardt
Je finsterer die Zeiten, desto lichter wurde Brechts Schreiben. In der Frühphase der Weimarer Republik gab’s diese expressionistisch hochfahrende Antibürgerlichkeit mit «Baal», da schlugen Nietzsche und Marx wie zwei Herzen in der Brechtschen Brust hart gegeneinander. Es folgten vielstimmige Großstadtbegegnungen und die Reflexe auf den stalinistischen Terror in...
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