Substanzen aller Art
Nicht, dass London ein verschärftes Alkoholproblem hätte. Seit die uralten englischen Lizenzgesetze letztes Jahr gelockert wurden und besonders in den Großstadtpubs der Ausschank nicht mehr gnadenlos um 23 Uhr endet, ist der einzige Unterschied, dass die Kleingruppen trunkener und taumelnder Angelsachsen nicht mehr alle wie auf Kommando auf die Straße stürmen, sondern je nach Pubdienstschluss gestaffelt. Ansonsten alles wie gehabt.
Dennoch spielte Hochprozentiges im Cocktail der Londoner Herbstproduktionen, darunter ein selten gespielter Eugene O’Neill-Klassiker und Neues von Conor McPherson, Mark Ravenhill, Dennis Kelly und Caryl Churchill, eine auffallend wichtige Nebenrolle …
Kevin Spacey säuft im Mondlicht
Eigentlich liebt London seine Megastars auf der Bühne. Auch gerne aus Übersee. Doch Kevin Spacey hat es in der Inselmetropole trotz seines Kultstatus nicht eben leicht gehabt, seit er beschloss, im renommierten Old Vic Theatre nicht nur ab und an zu spielen, sondern die künstlerische Leitung zu übernehmen. Sein Eröffnungsstück 2005, «Cloaca» von Maria Goos, war ein Griff in ebenjene, und in dieser Spielzeit bekam Robert Altmans Inszenierung von Arthur Millers «Resurrection ...
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Als Samir, der Regisseur von «Motortown» (siehe S. 46 in diesem Heft), seinen Film «Snow White» in die Schweizer Kinos schickte, war es sein Pech, dass er links und rechts aus den eigenen Reihen überholt wurde. Von seinem eigenen Drehbuchautor Michael Sauter, der zeitgleich an den beiden erstklassigen Kassenschlagern «Mein Name ist Eugen» und «Grounding, die...
Es begann mit zwei schmalen Erzählbänden, die Mitte der neunziger Jahre erschienen und sonderbare Titel trugen: «Der Elefant verschwindet» und «Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah». Die Bücher hielten, was ihre Titel versprachen. Sie handelten von jungen Menschen in Japan, die ebenso gut junge Menschen in Mitteleuropa hätten sein können,...
