Die exterritoriale Position
(Wäre es nicht schön, wenn Theatermachen nicht bedeutete, dass in Reihe drei jemand sitzt, der im narzisstischen Rausch abgerichtete Menschen anschreit und von A nach B schiebt und das auch noch beim sogenannten «Inszenieren» (hahahaaaa) eines heruntergekommenen und schon an Ort und Stelle fragwürdigen Stückes, das nicht der Gegenwart, sondern größtenteils nach merkantilen Gesichtspunkten produzierten Formaten gerecht wird? Formate, die zeigen sollen, dass sich das Theater für alles interessiert, aber wahrscheinlich deswegen wohl eher für gar nichts? Wäre es nicht schön, wenn es auc
h niemanden gäbe, der sich so abrichten ließe, ebenda? Es wäre doch schön, wenn das Bewusstsein der wenigsten Intendanten, der wenigsten Schauspieler, der wenigsten Regisseure, der wenigsten Autoren, der wenigsten Mitarbeiter künstlerischer Betriebsbüros überall nach Deckung suchen würde, nach bereits Kanalisiertem, sondern dass bei all jenen die Fähigkeit und der Wunsch und der Wille vorhanden wäre, Erfahrungen zu machen und sich frei und autonom zu einer Sache zu verhalten.
Das setzte aber voraus, dass diejenigen, die auf der Bühne stünden, in der Lage wären, dieser exterritorialen Position inhaltlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 134
von Fabian Hinrichs
Liebe Freunde der zeitgenössischen Dramatik,
erlauben Sie mir, dass ich wie jeder hilflose Redner, der seine Zuhörer später mit ein paar ernsten Thesen langweilen muss, mit einem Witz beginne. Eine Mutter fragt ihren kleinen Sohn, was er sich zum Geburtstag wünscht. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Ich hätte gerne ein o.b.!» Die Mutter sieht den...
Sowohl die lebenden als auch die toten Figuren dieses Stückes sind frei erfunden.» So der Hinweis des Autors. Und doch verweist das neueste Stück von Owen McCafferty auf konkrete gesellschaftspolitische Ereignisse seiner Heimatstadt Belfast. Geschickt verknüpft der Autor in seinem Drama «Quietly», das der erfahrene Übersetzer Michael Raab mit «In aller Ruhe» ins...
Seit Adam und Eva beginnt alles mit einem Trauma – Geburt. Was danach folgt, sind Lektionen fürs Leben. Ungefähr so läuft es im allgemeinen und auch im konkreten Fall: Die Empfängnis war zwangsläufig, und gegen die nachfolgende Schwangerschaft konnte sie nichts unternehmen. Also rüstet die Mutter ihr Kind noch vor der Geburt für ein anderes Leben. Gehorsam befolgt...
