Neue Stücke
Ladies first! In London war Lucy Prebble, 29, im letzten Jahr ein Shootingstar: Ihr Stück «Enron», das im Untergang des texanischen Energie-Konzerns 2001 jene Zockermentalität und Gier skizziert, die auch zur letzten Finanzkrise führte, schaffte den Sprung vom Royal Court ins kommerzielle Westend, wo es bis heute läuft. Die deutschsprachige Erstaufführung hat sich Nürnberg gesichert, es inszeniert Klaus Kusenberg.
Ebenfalls in Nürnberg hat sich «Kick»-Co-Autorin Gesine Schmidt den Russlanddeutschen zwischen allen Stühlen zugewandt und Gesprächsmaterial zu «Die Russen kommen» collagiert.
Rebekka Kricheldorf beliefert nicht nur das Theaterhaus Jena mit der ersten Folge ihrer Comic-Gesellschaftssaga «Gotham City» (Regie Markus Heinzelmann), sie versorgt auch Kassel und Schirin Khodadadian mit «Robert Redfords Hände selig», eine Kolonialistenfarce in Namibia. In unseren Breiten liegt Anne Habermehls «Narbengelände» voller Menschen, denen der Aufbruch nicht gelingen will, von der Autorin selbst in Gera inszeniert. In Berlin hat sich Falk Richter an der Schaubühne zum dritten Mal mit der Choreografin Anouk van Dijk zusammengetan, um sein Krisenszenario «Protect me» in Bewegung zu ...
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Franz WilleMatthias Lilienthal, Sie sind der Entdecker oder vielmehr und noch besser der Anstifter von Christoph Schlingensief auf dem Theater. Wie war das 1993 an der Berliner Volksbühne?
Matthias LilienthalDirk Nawrocki, der Mitarbeiter von Frank Castorf, war der ersteAnstifter. Dimiter Gotscheff hatte uns kurzfristig abgesagt, und da lasen wir einen Bericht im...
Plötzlich konnte es gar nicht schnell genug gehen. Am 14. September ließ Friedrich Schirmer mitteilen, dass er seinen Vertrag als Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zum 30. September auflösen wolle. Als Begründung führte er die angebliche Unterfinanzierung des Theaters an und eine Etatkürzung um 330.000 Euro, die allerdings schon im November 2009...
Umgekippte Autos steigen direkt aus der französischen Geschichte zu uns herauf. Das Foto eines auf dem Kopf liegenden Renault Dauphin gehört zu den Symbolen des Mai 68. Menschen konnten damals, so will es zumindest ein heute verbreiteter Mythos, ein letztes Mal ihre Geschichte in die Hand nehmen. Sie taten das, indem sie den Dauphin, das Auto des kleinen Mannes,...
