Ertüchtigung der Untoten

Saarbrücken Alte Feuerwache: Elfriede Jelinek «Das Sportstück»

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1998 mutete der Bühnenberserker Einar Schleef seinen Zuschauern bei der Uraufführung von Elfriede Jelineks bissiger Farce «Ein Sportstück» über sechs Stunden Spielzeit zu – eine Burgtheaterinszenierung, die mit über 80 Dauertrimmern und sportgeilen Testosteronbomben auf der Bühne legendär wurde. Geradezu harmlos wirkt dagegen, was derzeit am Staatstheater Saarbrücken zu sehen ist. Marcus Lobbes zeigt dort eine abgespeckte Version und verliert sich doch in dem wuchernden Textdickicht.

Gut, dass man vorgewarnt ist: Denn eine Handlung «gibt es eh keine», wie die Autorin einmal ihr Stück kommentierte. In vier durchsichtigen Plastikzelten dümpeln junge Männer zunächst in weißen Brautkleidern auf allerhand Polstermöbeln herum und glotzen auf Flachbildschirme, die spartanisch auf Bierkisten gelagert sind. Um sie herum Gerümpel: Schwimmring, Feuerlöscher, Männlichkeitsattribute wie Bohrmaschine und präpariertes Jagdwild. Während Videoclips von Wettkämpfen und Kriegsschlachten den Hintergrund bespielen, sind die Figuren vorne auf der Bühne von Anfang an apathisch versackt.  Abwechselnd treten die nummerierten Akteure vor und leiern Jelineks scharfzüngig pointierte Gesellschaftsschelte ...

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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Chronik: Saarbrücken, Seite 60
von Björn Hayer

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