Nürnberg: Douglas Lee, Goyo Montero «Strawinsky»
Wenn dermaleinst Theaterhistoriker ein Schlagwort für die Ära von Goyo- Montero am Nürnberger Staatstheater- suchen sollten, dürfte relativ schnell «schwarze Periode» die Runde machen. Auch die beiden Ballette «Petruschka» und «Le Sacre du printemps», die zusammen den neuen «Strawinsky»-Doppelabend ergeben, fügen sich nahtlos in das nachtdunkle Konzept des Ballettchefs. Douglas Lee hat sich die Jahrmarkts-Geschichte um «Petruschka», die russische Variante des Harlekin, vorgenommen. Ein schwarzer Vorhang und drei mit Lichterketten verzierte Rolltheken entfesseln den Budenzauber.
Die Protagonisten sind nur an kleinen Details zu unterscheiden. Der Gaukler (mit dämonischem Gestus: Edward Nunes), dessen drei Marionetten menschliche Gestalt annehmen, trägt einen Zauberhut. Der Mohr (von fesselnder Virilität: Lucas Axel) lässt sich nicht an seiner Hautfarbe, sondern am Frack erkennen, während Petruschka (zwischen Ehrgeiz und Eifersucht pendelnd: der unlängst mit dem «Bayerischen Kunstförderpreis» geehrte Alexsandro Akapohi) die Ballerina mit bloßem Oberkörper beeindrucken muss. So reduziert, entwickelt sich aus der Buhl-Konkurrenz der beiden Herren um die anmutige Tänzerin eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 46
von Jens Voskamp
CD des Monats: Facce d‘amore
Eine «geläufige Gurgel», wie sie einst Mozart einer seiner Interpretinnen zugestand, reicht heute nicht. Im Theater erhofft man sich mittlerweile mehr Körperbeherrschung. Breakdancer muss man zwar nicht unbedingt sein, aber für Jakub Józef Orliński ist es sicher von Vorteil, über entsprechende Erfahrungen zu verfügen. Der 30-jährige...
Mit «Cinderella» gab Gregory Dean, seit 2013 Principal Dancer beim Königlich Dänischen Ballett, sein Choreografie-Debüt in Kopenhagen. Sensationell war das nicht, und insofern bleibt es erstaunlich, dass man ihn im Anschluss daran sogleich auf Leben und Werk der großen dänischen Schriftstellerin Karen Blixen angesetzt hat. Deren Bücher sind subtil, dramatisch,...
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Sofie Goblirsch, Hartmut Regitz, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung), Arnd Wesemann
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel +49 (0)-30-254495-20, Fax -12
redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de
Gestaltung & Bildredaktion
Marina Dafova
Anzei...
