Gesetzliche Erinnerungslücke
Franz Wille Die Künstlersozialkasse (KSK) bedroht nach den neuesten Entscheidungen akut die Existenz eines großen Teils der Theaterverlage, die junge, lebende Autoren vertreten. Um das zu verstehen, muss man allerdings wissen, wovon Theaterverlage leben und wie die KSK funktioniert.
Marion Victor Wir verlegen als Theaterverlag Theaterstücke, also keine Prosa, keine Lyrik und sind also auch kein Buchverlag.
Anders als im Buchverlag sind hier die Lektoren gleichzeitig die Vertriebsleute; wir betreuen die Autoren bei der Arbeit an ihren Stücken und wir vermitteln zwischen Dramatikern und Bühnen und sorgen dafür, dass die Stücke unserer Autoren aufgeführt werden. Wir handeln mit Aufführungsrechten zeitgenössischer Schriftsteller, genauer: Autoren, die noch nicht länger als 70 Jahre tot sind.
FW Dafür erhalten Sie die Aufführungstantiemen...
Victor ... diese Urheber-Abgabe liegt zwischen 13 und 17 Prozent der Kasseneinnahme der Theater, je nach Höhe des künstlerischen Etats; bei kleineren Studiobühnen vereinbaren wir eine Mindestpauschale.
FW Und wie viel bekommt der Autor davon?
Bernd Schmidt Von den 100 Prozent Urheber-Abgabe, die beim Verlag ankommen, behält der Verlag in der ...
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Obwohl bereits 1990 von Jacques Lassalle in Paris uraufgeführt, legen die aktuellen Schlagzeilen – Hartz IV!, Reality-TV! – natürlich nahe, «Livesendung» jetzt als deutschsprachige Erstaufführung herauszubringen. Es geht schließlich um Langzeitarbeitslosigkeit und Medieneinfluss. Aber der französische Autor Michel Vinaver hat weder ein Thesenstück noch ein...
Natürlich ist der «Neger» weiß. Erst ganz am Schluss kramt er doch noch das Creme-Tiegelchen hervor und schmiert sich zentimeterdick die schwarze Farbe auf den Leib und ins Gesicht. Mit küssender Gewalt hinterlässt Othello seine dunklen Spuren auf der weißen Unschuldshaut Desdemonas – wie bereits anno 1976 Ulrich Wildgruber als Zadeks Wilder. Der Mohr in Michael...
Marthaler steht für viele Zürcher noch immer fürs Unterhosentheater. Sein baldiger Nachfolger Matthias Hartmann muss am Schauspielhaus Bochum davon gehört haben. Denn unlängst glaubte er sich mit der Zürcher Form des «Unterhosenjournalismus» konfrontiert, wie er einem Reporter auf Recherche wenig zärtlich anvertraute.
Die in Bochum als anrüchig eingestufte Causa...
