Die Zurichtung einer Rasenden
Man kann die Frau nur beneiden: Sie hat es aus ihrer bröckeligen Schwarzmeer-Heimat bis in die mitteleuropäische Hauptstadt geschafft, die neue Villa wurde von abstiegsbedrohten Alteigentümern vermutlich günstig abgelöst, zwei muntere blonde Knaben tollen übers Parkett, im Zimmer steht der neueste Designer-Chic, an der Wand zwei Quadratmeter Plasmascreen, edle Seidenroben umschmeicheln ihren noch sehr ansehnlichen Body, und der gutaussehende Gatte schaufelt Geld wie Dreck. Er hat beste Kontakte im Gasgeschäft, dreht mindestens das mittelgroße Rad.
Außerdem ist der alerte Businessman aus Georgien, die neue Staatsbürgerschaft hat er auch schon arrangiert, auf ordentliche Assimilation bedacht: Keiner, der noch in der Küche den Wodka zu den Blinis kippt, die Kinder sollen zu Hause gefälligst deutsch sprechen und Klavierunterricht gibt’s sowieso.
Frau Medea darf man im Kasino des Wiener Burgtheaters also gratulieren. In der sehr freien Bearbeitung des Mythen-Stoffs von Grzegorz Jarzyna (Buch Michal Walczak) ist sie endlich im Westen angekommen, und zwar auf dem Erste-Klasse-Ticket mit Goldener Kundenkarte. Trotzdem fährt Sylvie Rohrer, als sie in einer ruhigen Minute allein am ...
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Warum lässt ein junges, intelligentes Mädchen sich permanent von ihrem Freund verprügeln? Warum kann eine Journalistin in Artikeln ihre Ängste und Probleme am Beispiel anderer Menschen analysieren, ist selbst aber unfähig, diese zu verändern? Und wie kann die Langeweile einen aufgeweckten jungen Mannes dahin führen, dass er die Kinder der Nachbarschaft...
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Franz WilleGratulation zur Berufung nach Berlin! Nun waren mit Thomas Oberender und Michael Thalheimer zwei Intendantenaspiranten in der Konkurrenz, und einen davon, Oberender, haben Sie selbst vor zwei Jahren, als Sie in der Findungskommission waren, empfohlen. Mit Michael Thalheimer, der viel am Thalia Theater inszeniert, sind Sie sogar befreundet. Haben Sie...
