Was hat das mit mir zu tun?

Arpad Schilling, Oliver Frljic und Andras Dömötör kommentieren in Wien und Berlin Europas Ruck nach rechts

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Oliver Frljic ist ein zorniger Mann. Der Intendant des kroatischen Nationaltheaters in Rijeka hat keine Scheu, auf dem Theater unpopuläre Positionen zu beziehen: In «Aleksandra Zec» zum Beispiel thematisiert er die im postjugoslawischen Kroatien schnell verdrängten Greuel­taten an den Serben (hier: an einem 12-jährigen Mädchen und ihren Eltern); er kassiert für solche und ähnliche Projekte in seiner Heimat Todesdrohungen.

Für die Auftragsarbeit «Balkan macht frei» (2015) am Münchner Residenztheater lieferte Frljic keinen blutigen Stoff aus der jüngsten Geschichte seines Landes, sondern verhandelt die Kluft zwischen dem reichen, satten westeuropäischen Theaterbetrieb und dem 40-jährigen Regisseur vom «Balkan», der seinen Zorn nicht kaufen lassen will und seine Widersprüche in einer drastischen Folterszene demonstriert. 

Sex im Hijab

 

Auch unter Frljics «Nase nasilje i vase nasilje» («Unsere Gewalt und eure Gewalt») – einer vom Berliner Hebbel am Ufer in Auftrag gegebenen Inszenierung zur Peter-Weiss-Reihe «Ästhetik des Widerstands» im September, die aber schon bei den koproduzierenden Wiener Festwochen herauskam – brodelt es gewaltig. Vor einer Wand aus 95 Ölkanistern (Bühne: Igor ...

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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Aufführungen/Neue Stücke, Seite 6
von Eva Behrendt

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