Geld und Glaube
Finanzwirtschaft, Aktien, Junk Bonds. Man versteht so wenig. Gut, dass die Wirtschaftsjournalistin Judy Chen (Hannah Müller) gleich zu Beginn von Ayad Akhtars «Junk» an die Rampe tritt und das Publikum über die groben Eckdaten aufklärt: 1985, Manhattan, die Zeit, als die alten Industrien sich anschickten zusammenzubrechen, die Zeit, als an der Wallstreet Wetten zu einem Geschäft wurden, Wetten, welcher Industriezweig sich als Nächster auflöst, welche Firma als Nächste in die Insolvenz rutscht. «Gerede über Geld war ich gewöhnt», erzählt Chen.
«Aber 1985 drängte sich der Eindruck von etwas Neuem auf. Etwas Aggressivem und Angriffslustigem. Da kam so ein fanatischer Eifer in den Blick der Leute. Als ob eine neue Religion entsteht.»
Fanatischer Eifer und der Einfluss von Religion auf unseren Alltag: Das sind schon immer Akhtars Themen. Mit seinen Erfolgsstücken «Geächtet» und «The Who and the What» konnte man den pakistanischstämmigen US-Amerikaner noch als Soldaten im Kampf der Kulturen missverstehen, als jemanden, der die Gegensätze zwischen muslimischem Fundamentalismus und westlicher Liberalität als zentralen Konflikt der Gegenwart herbeischreiben würde. Dabei ging es Akhtar ...
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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Falk Schreiber
Aachen, Grenzlandtheater
2. nach Bergman, Szenen einer Ehe
R. Harald Demmer
Aalen, Theater der Stadt
10. Klöcker, Alle irgendwie manchmal
R. Anne Klöcker und Klara Sandmann
30. Shakespeare, Was ihr wollt
R. Marlene Anna Schäfer
Altenburg/Gera, TPT
10. Molière, Der eingebildete Kranke
R. Manuel Kressin
Ansberg, Kultur am Schloss
16. nach Molière, Tartuffe
R. Markus...
Es ist eine Art Lackmustest für Jo Fabian, der seit dieser Spielzeit neuer Schauspieldirektor in Cottbus ist und das Publikum für seine Art von Theater erst noch gewinnen will und muss. Nach zwei eigenen Regiearbeiten – «Wilhelm Tell» und «Onkel Wanja» –, die sich beide an klassischen Dramentexten orientieren, ruft er nun zum Aufbruch, zur «Terra In Cognita». Ein...
Die sogenannten Reichsbürger, verrannt in eine abstruse Parallelrealität, die ihre proklamierte Staatenlosigkeit mit Waffengewalt verteidigen, tragen jene Züge von Maßlosigkeit, Narzissmus, Größenwahn, der großen Theaterfiguren innewohnt. Konstantin Küspert und Ko-Autorin Annalena Küspert mussten nicht weit suchen, um Stoff für ihre Auftragsarbeit zu generieren:...
