Gegenangebote
Mit dem klassischen Repräsentationstheater haben sie es nicht so. Die Einheit von Schauspieler und Rolle ist ihre Sache nicht. Aber die Gegenangebote, die Rimini Protokoll und Laurent Chétouane dem Theater unterbreiten, könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. Wo Rimini den Bühnenprofi zugunsten der «Experten des Alltags» verabschieden, wo sie den versierten Theaterton gegen die mikroportgestützte Allerweltsaussage, den Spieler gegen den Rumsteher eintauschen, so dass alles wie «aus dem Leben gegriffen» wirkt, da nimmt Chétouane die entgegengesetzte Richtung.
In der Entkoppelung von Stimme und Körper, in der bis zum Phlegma überdehnten, spärlich bebilderten Deklamation manifestiert sich bei ihm ein Kunstbegehren, das alle Fühlung mit dem Alltäglichen längst abgelegt zu haben scheint. Binnen Wochenfrist waren beide Projekte in den Rhein-Metropolen Düsseldorf und Köln zu begutachten. Und es steckte dann doch mehr Gemeinsamkeit darin, als unsere Schulweisheit sich träumen ließ.
Konformismus mit der Vielfalt
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