Last Orders, please

Londoner Theaterleute über den unabwendbaren Abschied aus der Europäischen Union

Theater heute - Logo

Seit der britischen Vorweihnachtswahl ist klar: Jetzt ist Schluss mit lustig. Wie eine Platte mit Sprung hat Premier­minister Johnson bei jedem Kampagnenauftritt seine zwei Mantras vom «oven-ready deal» und «get Brexit done» runtergeleihert – selbst wenn er sich das Grinsen manchmal nicht verkneifen konnte. Für seine Ausdauer ist Alexander Boris de Pfeffel Johnson mit einer so großen Mehrheit belohnt worden, dass er parlamentarisch nun freie Bahn hat. Sein großer Get-Brexit-Done-Stichtag: der 31. Januar.

Wie geht es Londoner Theatermachern mit dem nun unabwendbaren Abschied von der EU?  Einige formulieren ihr Elend eher pragmatisch-diplomatisch mit einem Schuss Stiff Upper Lip. So zum Beispiel Sam Pritchard, Associate Director der internationalen Abteilung am Royal Court Theatre: «Es gibt einige große praktische Unsicherheiten und Her­ausfor­derungen für uns als Organisation. Was bedeutet es für die Aufenthalte europäischer Künstler, wenn sie mit uns arbeiten, und für die Reisen, die wir zu Projekten innerhalb der EU machen? Womöglich Verlust von Zugang zu europäischen Subventionen für kollaborative Projekte? Höhere Kosten und Barrieren, wenn wir unsere Arbeit in Europa zeigen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2020
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Patricia Benecke

Weitere Beiträge
Wien: Eddy lebt hier nicht mehr

Drei Bücher hat der französische Literatur-Jungstar Édouard Louis bisher veröffentlicht. Alle drei können in Wien derzeit an zwei Theaterabenden konsumiert werden: Im Volkstheater steht eine Kombination aus «Wer hat meinen Vater umgebracht» und «Der Abschied von Eddy» auf dem Spielplan, im Schauspielhaus wird «Im Herzen der Gewalt» gegeben. In diesem, seinem...

Stuttgart: Alternative Lebenslügen

Das sagt man gerne so dahin: Beim Geld höre die Freundschaft auf. Für Resi, Mitte 40, ist der Spruch aber bittere Realität geworden. Die Ich-Erzählerin aus Anke Stellings Roman «Schäfchen im Trockenen» wird mit ihrem Künstler-Mann und den vier Kindern von Kumpel Frank schlichtweg vor die Tür gesetzt. Untermietvertrag gekündigt! Rache ist bekanntlich süß. Die...

Schwerin: Auf Wohnungs­besichtigung

Zweieinhalb Zimmer, Küche, Bad. Das macht 46 Quadratmeter. In der Platte. Im Großen Dreesch am Stadtrand von Schwerin. Ab 1971 als DDR-Vorzeigewohngebiet geplant und gebaut, im Grünen und am See, ist das Viertel längst zum Brennpunkt geworden. 62.000 Menschen belebten Ende der 80er Jahre noch den Dreesch, das am schönsten gelegene Neubaugebiet Ostdeutschlands,...