Mondgöttinnen des Alltags
Das Roxy-Theater liegt in Birsfelden, dicht an der Grenze, wo die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Land aufeinander stoßen. Seit sechzehn Jahren organisiert hier ein Verein Gastspieltheater, Musik und Kleinkunst. Ein charmanter Bau aus den 1920er-Jahren und der gute Ruf sorgen für regen Zulauf. Doch nicht immer. Der Basler Premiere von «Der rundere Mond» der chinesischen Regisseurin Kefei Cao im November hätte man mehr Publikum gewünscht. In Bern zur Uraufführung und in Zürich war man ausverkauft.
Herrschte in Basel China-Überdruss? «Der rundere Mond» wurde im Rahmen von «Cultureescapes» gezeigt, ein Festival, das 2010 von der Kulturbürokratie in Beijing reich mit buntem Allerlei beschickt wurde. Oder schreckte in Basel der etwas sperrige Untertitel der Produktion, die eine «Theaterrecherche» versprach? Etabliert ist dieser Begriff hier ebenso wenig wie der des «Expertentheaters» von Rimini Protokoll. Mit Rimini Protokoll hat die Arbeit der 46-jährigen Kefei Cao, die mit einem Schweizer verheiratet war und zehn Jahre in Zürich und Bern lebte, einiges gemeinsam.
Denn nachdem sie sich bisher weitgehend mit der Übersetzung und Inszenierung deutschsprachiger Gegenwartsdramatik ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Max Glauner
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