Das glückliche Paar
Das kann jedem passieren: eine einigermaßen glückliche Ehe, kinderlos, deren Teilnehmer sich auch nach vielen Jahren noch gerne ins Gesicht sehen, tanzen gehen, gemeinsam Urlaub machen. Dann bricht Regine plötzlich im Bad zusammen, Schlaganfall, Pflegefall, schlimmster Fall: bewegungsunfähig bis auf die Augenlider, der Rest des Lebens ein Verdämmern.
Jan Neumann hat geschrieben, was man ein Problemstück nennt, ohne vorzutäuschen, dass dieses Problem lösbar wäre.
Er geht in nüchternen Einzeiler-Dialogen die folgenden Stationen ab, sachlich, ohne falsche Emotion und vor allem ohne von oben herab zu kommentieren. Bleibt stattdessen immer streng auf Augenhöhe der Situationen in Krankenhaus/Heim/Freundeskreis/Familie, das Wasser steht seinem überforderten Ehemann Karl hoch genug. Am Ende wird er Regine mit ein paar Tabletten einen gnädigen Ausweg verschafft haben, ein paar Jahre mit Bewährung akzeptiert er dafür gerne. Selbst über das ideale Debattenthema Sterbehilfe wird nie problemstückdebattiert.
Wenn Markwart Müller-Elmau den zerfledderten Gummibaum umarmt, sieht man das wirklich glückliche Paar: zwei, die zusammenpassen in ihrer Lust an der Trauer. Die trostlos hängenden ...
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Mit Peter Handkes...
Man mag Mottos mögen oder nicht, die Münchner Kammerspiele haben sich für die neue Saison jedenfalls nicht irgendein wohlfeiles Klassikerzitat als Wahlspruch angeheftet, sondern gleich ein Gebot von beinahe biblischem Format aufgestellt: «Du sollst nicht sparen» prangt da mit goldenen Lettern auf dem Titel des Spielzeithefts, und als dekorativer Hintergrund dienen...
Entscheidend ist wieder mal die Frage, wo die Grenze zu ziehen ist. Und in welchem Kontext etwas stattfindet. Also etwa: Wie lange darf ich vor dem Fernseher oder bei ebay abhängen, ohne in den Verdacht zu geraten, dies für abendfüllend zu halten? Oder: Bis zu welchem Alter kann sich ein arbeitsloser Akademiker glaubhaft als freischaffend ausgeben? Und, um etwas...
