Cul=Tour oder Die Theorie des Phonetismus

Arno Schmidts gesammelte (Fernseh-)Interviews lassen den selbsternannten «Wortmetz» als Grimassenkünstler wiederauferstehen

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Dem Vorurteil nach war Arno Schmidt ein ähnlicher Eigenbrötler wie sein österreichischer Kollege Thomas Bernhard. Zurückgezogen auf dem platten niedersächsischen Land lebend, habe er mit niemandem sprechen wollen und keinerlei Störung beim Verfertigen seiner sperrigen Texte geduldet, heißt es stereotyp.



Doch so wie Bernhard seine – gar nicht einmal so seltenen – Interviews als Bühne zu nutzen verstand, um ein verblüffendes Talent für Wortspielereien zu demonstrieren und seine Verweigerungshaltung in einen performativen Akt höherer Blödelkunst umzumünzen, so wusste auch Schmidt, wie man sich vor Kameras und Mikrofonen selbst inszeniert. Diesen spontanen Eindruck erweckt jedenfalls die Ausgabe der Fernseh- und Rundfunkinterviews bzw. -lesungen Schmidts, die als zweiter Supplemente-Band der Bargfelder Werk­­ausgabe bei Suhrkamp erschienen sind. Auf 12 CDs und einer DVD haben die Bargfelder Editoren alle verfügbaren Live-Interviews Schmidts zusammengestellt und in einem Begleitband transkribiert, der zudem auch noch Schmidts Antworten auf Umfragen beinhaltet.

Schon beim Betrachten der DVD, die drei Fernsehinterviews aus den 60er Jahren präsentiert, stellen sich jedoch auch erste Zweifel ...

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Theater heute Februar 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 65
von Jan Süselbeck

Vergriffen
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