«Das Theatertreffen gehört niemand allein»
Franz Wille Zahlen zuerst. Die Qualität einer Theatertreffen-Jury wird ja von manchen Leuten daran gemessen, wie viele Inszenierungen sie gesehen hat. Wie viele Abende haben Sie denn im letzten Jahr im Theater verbracht?
Jürgen Berger Ich bin auf nahezu 120 Abende gekommen. Da es bei mir nicht genau zwölf Monate waren, sondern nur zehn, hat es Wochen gegeben, in denen ich jeden Tag im Theater war. Und es gibt auch Zeiten, wie über Weihnachten, in denen nichts läuft, was fürs Theatertreffen in Frage kommt ...
FW ...
keine Weihnachtsmärchen für den TT-Monat Mai.
Berger Ende Januar haben sich bei mir aber erkennbare Erschöpfungszustände eingestellt: Die Erwartung allerdings, dass die schlechte Klimaanlage in den ICEs endlich die Grippe auslöst, die mich umwirft, wurde nicht erfüllt.
FW Hat man bei täglichem Programmwechsel am Ende noch den notwendigen offenen Blick und die Neugier, die zum guten und genauen Sehen dazugehört?
Berger Natürlich gibt es Verschleißerscheinungen im Wahrnehmungsapparat. Aber es gibt oft genug und immer wieder angenehme Überraschungen gerade in dem Segment, das man nicht wirklich einladen kann, weil die Behauptung, sie gehörten zu den zehn bemerkenswertesten ...
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Christine Schorn spielt die Mutter, und sie stattet ihre Figur selbst in dieser unwürdigen Situation noch mit der Portion Hochmut aus, die die Helfende an ihrer Seite klein hält. Corinna Harfouch als Tochter Iris zeigt das Zwiespältige der intimen Hilfsgeste, die sie dazu zwingt, Grenzen zu überschreiten, die sie lieber gewahrt wissen wollte. Zusammen sind sie ein...
Irgendwann Anfang der siebziger Jahre, so genau erinnert sich keiner der Beteiligten, strichen zwei Männer mit hochgekrempelten Hosenbeinen an den überfüllten Stränden von Sosopol entlang. Der eine rief ständig «Margit», während der andere sich nach «Jürgen» heiser schrie: Heiner Müller und Dimiter Gotscheff hatten sich an der bulgarischen Schwarzmeerküste locker...
