Durchgezappt
Der Inszenierung indirekt vorangestellt ist ein vielsagender Satz des Autors. «Ich bin genauso wie meine Figuren», schreibt Falk Richter im Programmheft, und man beginnt sogleich nach den Spuren zu suchen. Wahrscheinlich sind sie in allen sieben Figuren zu finden, die Richter in seinem Stück «Krieg der Bilder» in einem unübersichtlichen Medien-Kultur-Kunst-Bereich verortet und größtenteils in ihren Dreißigern imaginiert: Fotografen, Agenturleute, Videokünstler, Journalisten – hip, gestresst und irgendwie austauschbar.
Besonders Tim, der erfolgreiche «Kulturmensch», könnte ein Alter Ego Richters sein. Er jettet durch die Welt, hetzt von einer Publikumsdiskussion zur nächsten, langweilt sich auf Empfängen des Goethe-Instituts, starrt an die Decken von Hotels, die überall gleich aussehen. Zuständig ist er für Kulturaustausch – aber was, fragt er, gibt es da eigentlich auszutauschen? Die Antwort des Stücks: Informationsfetzen, die über Bildschirme, Handys, Faxgeräte, Datenleitungen hin- und hergetauscht werden.
Vermutlich unter dem Eindruck des Irak-Krieges hat Richter 2003 seinen Text geschrieben, der keine kohärente Handlung aufweist, sondern als Collage von Bewusstseinsströmen, ...
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Kleine Brötchen sind nicht das Ding von Rafael Spregelburd: In seiner «Heptalogie nach Hieronymus Bosch» handelte der argentinische Ironiker die sieben Todsünden in zeitgemäßen Varianten ab («Die Dummheit», «Die Gier», «Die Panik» etc.). Sein jüngstes Stück, in seiner ersten Regiearbeit an einem deutschen Theater nun erstaufgeführt, heißt schlicht und umgreifend...
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