Unbeweisbar wahr
Princeton Anfang der 50er Jahre: Täglich verlässt ein ungleiches Freundespaar gegen Abend das Institute for Advanced Study und spaziert, tief in Diskussionen verstrickt, durch die Straßen der beschaulichen Universitätsstadt. Der eine ist der weltberühmte Physiker Albert Einstein, lebenslustig, wohlgenährt, meist ohne Socken unterwegs; sein Begleiter ist Kurt Gödel: der größte Logiker seit Aristoteles, menschenscheu, weltfremd, ausgezehrt und selbst im Sommer warm angezogen.
Einstein geht nur deshalb täglich ins Institut, um Gödel auf dem Heimweg begleiten zu dürfen, so fasziniert ist er von dessen schwindelerregendem Scharfsinn, der die Grundfeste positivistischer Wissenschaft ad absurdum führt. Umgekehrt ist Einstein für den weltabgewandten und zu Verfolgungswahn neigenden Gödel der einzige Mensch, in dessen Gegenwart er sich sicher fühlt. Erklären kann er dies nicht. Aber die Geister, die sonst zu ihm sprechen, sind während des Spaziergangs still.
Dieser Spaziergang steht fast am Ende von «Geister in Princeton», Daniel Kehlmanns erstem Theaterstück. Princeton ist die letzte Lebensstation des revolutionären Logikers Kurt Gödel, der an Unterernährung sterben wird, weil er aus ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 160
von Regula Schröter
... ist fürs Schauspiel Köln und seine Intendantin Karin Beier die diesjährige Kritikerumfrage: Wie im letzten Jahr wird die Domstadt- bühne Theater des Jahres (7 Stimmen), und wie im letzten Jahr hat Karin Beier die Inszenierung des Jahres gemacht; 10 von 44 Kritikern jedenfalls fanden, dass Elfriede Jelineks Natur-versus-Mensch-Trilogie «Das Werk/Im Bus/Ein...
Das Schöne an den Neuen Stücke ist, dass jedes Jahr noch neuere nachwachsen. Da ist kein Ende in Sicht! Auch in diesem Jahr stellen Dramaturgen ihre neuen Lieblinge vor: neue Stücke von Peter Handke, Lukas Hammerstein, Paulus Hochgatterer, Elfriede Jelinek, Daniel Karasik, Daniel Kehlmann, Dennis Kelly, Oliver Kluck, Franz Xaver Kroetz, Tony Kushner, Dirk Laucke,...
Ich soll nun schreiben «Ich habe eine Wut auf ...», bin aber das Gegenteil eines «angry old man» und denke so oft an mein momentanes Wohlergehen, dass ich dazu neige, solche «Wutgefühle» wegzupusten, auch um dadurch zu vergessen, zu verdrängen: Sie würden meiner übriggebliebenen Kreativität oder Lust auf Theater, Oper und Literatur im Wege stehen. Es halten mich...
