Berlin: Das deutsche Haus
Eigentlich war für diesen Abend eine echte Gemeinheit geplant: Zur solidarischen Frauenaktion sollten Zuschauerinnen auf die Bühne gebeten werden, um ohne Ansage und händchenhaltend Teil eines Reenactments des perfiden #125- Dezibel-Videos zu werden, in dem hübsche, junge, weiße Frauen in #MeToo-Pose darum flehen, die Grenzen dichtzumachen, damit sie endlich nicht mehr vergewaltigt werden.
Die Szene ist offenbar bei der Generalprobe gestrichen worden, die Schauspielerinnen teilen das in ihrem Gorki-Bashing zu Beginn als weiteren Beleg des völlig unzulänglichen Repräsentationsverhältnisses an ihrem Theater mit. Das funktioniere nicht mal bei der Frauengleichstellung, geschweige denn bei der Widerspiegelung der faktischen Bevölkerungsanteile! Da gibt es in Berlin nämlich nur 27,7 Prozent Migrationshintergrund, am Gorki sind es 75 Prozent! Deshalb kann der Quoten-Ossi Till Wonka mit genau demselben Recht beleidigt sein wie der «Quoten-Neger» Falilou Seck, den man doch endlich auch mal als den Enkel eines Nazi-Großvaters wahrnehmen könnte, der er nämlich auch ist.
Ja, es geht ziemlich durcheinander mit den Zuschreibungen auf dieser Erde, und mit rechts und links, PC und AfD ist es ...
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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Barbara Burckhardt
Aachen, Theater
12. Albee, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
R. Michael Helle
17. Depryck, Der Reservist – Arbeiten im 21. Jahrhundert
R. Ulrike Günther
18. Küspert, mensch maschine
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
4. Hintze, Wir sind die nebelfreie Stadt
R. Tina Brüggemann, Michael Flechsler und Thomas Haller
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
10....
Im Jahr 2014, unmittelbar nach der Annexion der Krim, wurde ich zu einer Konferenz nach Polen eingeladen. Die polnischen Intellektuellen und Künstler waren von den Krim-Ereignissen so schockiert, dass sie auf einen Russland-Boykott drängten: kein Besuch von russischen Festivals und Konferenzen mehr, keine Gastspiele in Russland. Ich habe diese Idee damals heftig...
Alles fließt, manchmal schwebt es, aber immer greift alles nahtlos ineinander in diesem Abend im Chemnitzer Schauspielhaus. «Meister und Margarita» in einer meist sehr stringenten Fassung von Regisseur Malte Kreutzfeldt, der eine an den Titel angelehnte klare Zweiteilung des Abends vornimmt. Die ersten 80 Minuten bis zur Pause sind dem namenlosen Meister (Andreas...
