Patt in fünf Akten

Andrea Breth mutet dem Wiener Burgpublikum Shakespeares kompletten «Hamlet» zu und enthält sich einer Positionierung

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Hell wird es nie auf Helsingör. Ein feiner Sprühregen senkt sich pausenlos auf das von unten bestrahlte kahle Gestrüpp, das den Herrschaftssitz des Hamlet-Clans einschließt wie die Dornenhecke das Dornröschen-Schloss. Wer den Palast Richtung Garten verlassen will, watet sogleich bis zum Knöchel im Schlamm. Wie in der dänischen Krimiserie «Forbrydelsen» («Kommissarin Lund»), berühmt für die Verstrickung hochrangiger Politik in ganz gewöhnliche Gräuel­taten, zeigt Dänemark auch an der Wiener Burg sein trübstes Novembergesicht.

Sogar ein feuchtkalter Luftzug streift regelmäßig die Reihe Eins.

Martin Zehetgruber ist ein Alptraum von einem Spukschloss gelungen. Drei variable, holzgetäfelte Räume, allesamt trist möbliert wie ein Kongresshotel, gruppieren sich um einen Innenhof, der hier die Rolle der Außenwelt spielt. Dieses Arrangement ist dreh- und wandelbar, mal sind Stühle gruppiert wie für eine Pressekonferenz, mal schneidet eine gigantische Tafel diagonal den Festsaal, dann reiht sich Rechner an Rechner in einer digitalen Bibliothek. Aus den drei Räumen werden unzählige, das Personal verliert sich in ihnen. Ein Labyrinth. Denn aller spätmodernen und konzernzentralenhaften ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Eva Behrendt

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