Kreative Fruchtfolge
Zuerst stellt sich für mich sogleich die Frage, wie der Ort für dieses Traumangebot aussieht. Wo ich bin, ganz real.
Und da tauchen auch schon drei ehrwürdige Hallen auf. Ein Park mit alten Bäumen, einen Biergarten hat es, unmittelbar an einem breiten, langsamen Fluss. Das beeindruckt mich besonders. Ein unbestechlicher Begleiter, Einmitter, Erregungshemmer, der gemächlich vorführt, was unten und oben ist.
Zwei der Hallen entpuppen sich als perfekte Proberäume und gleichzeitig wunderbare Aufführungsorte.
In der dritten befinden sich die Werkstätten, die Schreibräume und die Begegnungszentrale, eine riesige Küche mit einem imposanten Tisch in der Mitte. Da wird gerüstet, gerichtet, gekocht und gegessen und getrunken und gelacht. Das ist der Platz für die Erfindungsrunden. Sehr gut ist auch, dass der Ort unkündbar ist und ein ganzes Leben, solange man darin arbeitet, wie ein Besitz zur Verfügung steht. Man hat alle Freiheiten zu allen denkbaren Veränderungen. Eine unbekannte, höchst charakterstarke Fördergesellschaft wickelt sämtliche pekuniären Angelegenheiten ab, stellt keine Ansprüche und mischt sich nicht ein. Traumhaft!
Mich hat seit jeher der Wunsch begleitet, eine ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 18
von Ruedi Häusermann
des dichters dichtung ist abbildung und revision des verfahrens leben zugleich.» Diese Beschreibung des dichterischen Verfahrens von Fritz Kater wird hier von ihm in einem «buch» angewandt, das sich aus fünf Büchern zusammensetzt und über die Bestandteile des Lebens erzählt, wie die Heimsuchung durch Sorge und Krankheit, den Unterschied zwischen Utopie und Fantasie...
Vier Freundinnen, Mitte 20. Im grellen Saallicht trotten sie auf die Bühne. Blicken drein wie frisch verliebt in die Sinnkrise. Wadenlange Blümchenröcke. Blickdichte Strümpfe. Schlabber-Sweater, brutale Hornbrillen, Notfrisuren. Je ein Finger steckt in gut geleerten Wodkaflaschen. Je ein Erkenntnisrausch vernebelt das Gemüt: «Es sagt mir nichts, das sogenannte...
Ich stelle mir ein Theater vor, das mit 500 Menschen in einem Original-Gerichtssaal spielt. Ich stelle mir ein Publikum vor, das als Fahrrad fahrende Horde das Leben in einem Park neu choreografiert. Regisseure, die in den Laboratorien der technischen Universität mit Forschern Holografieperformances entwickeln. Ein Ensemble aus wechselnden Stadtbewohnern, das in...
