Mehr Wumms
Mit einem «Wumms» durchbricht eine Straßenbahn die Kartonwand, auf der gerade noch eine Projektion flimmerte, und das Fahrzeug wird zum Projektil, mit dem die Schauspieler erstmal das Bühnenbild zusammenfahren. Es rollt also wieder eine Tram durch das ehemalige Straßenbahndepot an der Bockenheimer Warte, eine Straßenbahn namens Sehnsucht. «Desire» steht auf den Flanken des Vollholzgefährts. Zum zweiten Mal inszeniert René Pollesch nun am Schauspiel Frankfurt, und den Titel kann man sich auf der Zunge zergehen lassen: «Je t’Adorno» wie «Je t’adore», «Ich verehre dich».
Unweit des Depots hat der Kopf der Frankfurter Schule residiert, im Institut für Sozialforschung. Das Titelversprechen bleibt jedoch leer: Theodor W. Adorno ist bloß eine Randfigur, verpackt in einige Anekdoten und etwas Lokalkolorit.
Zweierlei ist Sport geworden im Pollesch-Gucken. Erstens: Seine in Serie verfassten Stücke, in denen sich Themen in Variationen fortschreiben, als Temperaturfühler der Gegenwart zu lesen: Wo sind wir? Und zweitens: Wie findet sich das jeweilige Ensemble im Pollesch-Universum zurecht – vor allem außerhalb Berlins? Arbeiten Schauspieler doch tagtäglich in einem Repräsentationssystem, das ...
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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Esther Boldt
Aachen, Theater
9. Gintersdorfer, Partir à l’aventure (U)
R. Monika Gintersdorfer
10. nach Moodysson, Zusammen!
R. Elina Finkel
30. Bärfuss, Die sexuellen Neurosen
unserer Eltern
R. Jenke Nordalm
Aalen, Theater der Stadt
4. Projekt, Yolo! Du lebst nur einmal
R. Ramona Suresh
29. Campbell, Mr. Pilks Irrenhaus
R. Arwid Klaws, Jonathan Giele
31. Ende, Momo
R. Petra Jenni
Altenburg/...
Wie schreibt man mit zwei Menschen eine ganze Welt? Es dürfen auch drei oder vier sein, aber selten mehr als ein Dutzend. Es muss auch nicht immer gleich die ganze Welt sein, aber doch wenigstens ein wichtiger Teil davon, ein bedeutendes Problem, ein entscheidender Konflikt, eine aufschlussreiche Situation. Auf jeden Fall deutlich mehr als das Privatproblem von...
Der Auftakt der mitternächtlichen Gala ließ auf eine zügige Vergabe der Jury- und Publikumspreise hoffen. «I don’t wanna talk / About things we’ve gone through», versprach Moderatorin Bettina Grahs sang- und klanglos. Doch die Hoffnung, die Abbas Scheidungs-Hit «The Winner Takes It All» geweckt hatte, wird schnell vom nächsten Musikschnipsel enttäuscht, der weitere...
