Aufbau West
Man kann sich das so vorstellen: In der Nacht von Sonntag auf Montag wird es eng auf
der A5. Baukolonnen aus dem Osten reisen an, um in der Frankfurter City die Patrizierhäuser wohlhabender Bürger zu sanieren. Ricki, Uli und Rudi zum Beispiel sollen die immobile Erbschaft eines jungen Wessis auf Vordermann bringen. Im Moment allerdings geht es nicht so recht voran.
Die drei Cottbuser sitzen rum, und man weiß nicht, machen die nun gerade eine der branchenüblichen Bierpausen, oder trauern sie um ihren Kumpel Marek, der da plötzlich in der Wand verschwunden ist?
«Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum» könnte eine große Gewährleistungsoper sein, schließlich wurde irgendwo eine undichte Muffe verarbeitet, die die Frage aufwirft: Schim-
melt das Haus noch, oder verfault es schon? Das sind so die existenziellen Fragen im Baugewerbe, die der Regisseur Christoph Mehler in der Frankfurter Uraufführung bearbeitet, als sei man in einer Dokufiktion gelandet. Die Bühne ist tatsächlich eine Baustelle und Viktor Tremmel ein Ricki, der genüsslich eine Wand verputzt. Es dauert lange bis zum ersten Wort, aber auch dann merken die zwei anderen kaum auf. Irgendwann wälzt dann allerdings auch Oliver ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2011
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger
Wer gedacht hat, über Thomas Bernhard sei schon alles gesagt, wird sich wundern. In Sepp Dreissingers «Was reden die Leute» sind 58 Begegnungen mit Nachbarn, Freunden, Bekannten versammelt, die sich an den Schriftsteller, Dramatiker, Grundbesitzer und österreichischen Hassliebenden erinnern. Zum Beispiel der Maler Gerhard Weigl, der Bernhard Mitte der 60er Jahre...
Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken» – unter diesem schönen, alle Wahrnehmungskanäle öffnenden Motto von Luigi Nono stehen in diesem Sommer die Salzburger Festspiele. Was das vor allem für die Stadt Salzburg bedeutet, erläuterte beim «Presselunch» in der Österreichischen Botschaft in Berlin Bert Brugger, Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH:...
Fast ein Jahr lang hatten der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und der Festwochenpräsident Rudolf Scholten nach einem Nachfolger für den ewigen Luc Bondy gefahndet. Gefunden haben sie schließlich zwei: Ab 2014 werden die Festwochen von einem
Intendanten und einer stellvertretenden Intendantin geleitet: Markus Hinterhäuser, 53, und Shermin Langhoff, 42....
