Amokläufer der guten Tat

Anne Habermehls «Letztes Territorium»

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Das Thema des Stückes ist nicht Asyl, obwohl ein Asylant darin vorkommt und die Autorin Anne Habermehl darüber viel recherchiert und gearbeitet hat. Das Thema des Stückes ist auch nicht – zumindest nicht in erster Linie – der Kampf der Kulturen, der Zusammenprall von Erster und Dritter Welt, obwohl genau das passiert und ein algerischer Wirtschaftsflüchtling auf Fuerteventura, halb ertrunken, den Fluten entsteigt und dort auf zwei sonnenbadende All-Inclusive-Touristen aus Stuttgart trifft.

Das dramatische Thema, der persönliche Nerv dieses Stückes ist die Suche von Moritz, Sohn einer Stuttgarter Einwohnermelde-Beamtin und ihres getrennt lebenden Mannes Gerard, Journalist seines Zeichens mit Karriereort Frankfurt.
 

Moritz, 16, vom Vater verlassen und mit seiner Mutter auf einmal wie verheiratet, sucht nach einer Mission, nach einer Aufgabe außerhalb von Schule, Schwoof und Partytime – obwohl er das selber nie so sagen würde. Er findet sie nicht, sie begegnet ihm, dort, wo er am wenigsten damit gerechnet hat: auf Fuerteventura, am Strand eines All-Inclusive-Hotels. Mehdi wird angespült, mit Schwimmflügeln um Arme und Beine, Salzwasser in der Lunge. Moritz ist kein Gutmensch, aber er ...

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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 160
von John von Düffel

Vergriffen
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