Falsch verbunden
Es ist eines der schönsten und verrücktesten Theaterprojekte unserer Tage: In der auf zehn Teile angelegten Performancereihe «Life and Times» bringt die New Yorker Gruppe Nature Theater of Oklahoma seit 2009 die Lebensgeschichte einer jungen Frau auf die Bühne.
Basis für das epochale Unterfangen sind zehn Telefonate, die 2007 mit der damals 34-jährigen Musikerin Kristin Worrall, einem Mitglied der Gruppe, geführt wurden. Das Transskript jedes Telefonats liefert das Textmaterial für je eine Episode. Zum Konzept gehört auch, dass in jedem Teil eine andere Kunstform zum Einsatz kommt.
Am Ende sollte «Life and Times» dann in einer Gesamtaufführung gipfeln, die wohl mindestens einen ganzen Tag lang dauern würde.
Schweren Herzens getrennt
Ob es so weit kommt, ist inzwischen allerdings sehr fraglich. Das Nature Theater of Oklahoma hat seinen wichtigsten Partner verloren: das Burgtheater. Die ersten vier Episoden waren im Kasino uraufgeführt worden, und die Kooperation sollte fortgesetzt werden. Aber dann ist im Burgtheater die Krise ausgebrochen. Kelly Copper, die das Nature Theater gemeinsam mit Pavol Liska leitet, erinnert sich, dass im November 2013 auf einmal niemand mehr erreichbar ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Wolfgang Kralicek
Personen
Die Junge (30)
Die Mittlere (50)
Die Alte (90)
4 SCHWESTERN
(die Hundsmäuligen)
Das Beil, das Männer mordet, reiche mir einer rasch!
(Klytaimnestra)
Drei Betten, für Die Junge, Die Mittlere, Die Alte, und also wie drei Häuser und zugleich die Schließanstalten, in welchen die vier hundsmäuligen Schwestern diese Betten zu bewohnen pflegen...
Am 30. November 2014 fanden in den Räumen des Teatr.doc im Moskauer Stadtzentrum, wo man gerade den ukrainischen Film «Stärker als Waffen» über die Ereignisse auf dem Maidan zeigen wollte, eine Hausdurchsuchung und ein Überfall statt. Den Film zu zeigen, gelang nicht. Die sich daran anschließenden Ereignisse erreichten beinahe Hollywood-Dimensionen, allerdings eher...
In «Frau Müller muss weg» von Lutz Hübner und Sarah Nemitz liefert ein Stellvertreterkrieg den dramatischen Stoff: Eltern, die sich für ihre Kinder ereifern. Schauplatz ist ein Klassenraum, in dem eine Gruppe Eltern der Lehrerin ihrer Grundschulkinder den Prozess machen will. Geschrieben und uraufgeführt wurde das Erfolgsstück 2010 in Dresden, nachgespielt...
