Anders, als man denkt
«Altendorf ist da, wo es anfängt, nach Döner zu riechen. In Altendorf kann jeder Tag dein letzter sein.» Sätze wie diese schleudern die Jugendlichen zur Begrüßung Richtung Publikum und stellen dann nüchtern fest: «Altendorf ist da, wo ihr nie hingeht.» Stimmt. Selbst wenn man nur wenige Kilometer entfernt wohnt, kommt man hier nicht hin. «Dicht besiedelt und einkommensschwach», heißt es im Jargon der Städteplaner, «dreckig, verbaut, runtergekommen» könnte man auch sagen.
Doch die zwölf Jugendlichen aus Altendorf, deren Nationalitäten mindestens so zahlreich sind wie die der deutschen WM-Mannschaft, verteidigen ihren Stadtteil, machen ihm am Ende gar eine Liebeserklärung. Auch ThyssenKrupp sieht Potenzial in Altendorf, hat seine gläserne Hauptverwaltung hier angesiedelt und ist dabei, ein neues urbanes Viertel entstehen zu lassen.
Dass die Interessen von Krupp nicht unbedingt die Interessen der Jugendlichen sind, wird in «Alles außer abhauen» schnell klar. In der «dokufiktionalen Inszenierung», die Ines Habich mit den Jugendlichen entwickelt hat, verschmelzen biografische Elemente mit fiktiven Figuren, spiegeln kurze Szenen und Songs die Suche nach Freundschaft und Liebe. Der Abend ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn man eins in Hamburg sicherlich nicht kennt, dann ist das Wassermangel. Dass 900 Millionen Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, für eine Tasse Kaffee 140 Liter Nass verbraucht werden und Völkermorde wie in Dafur nicht zuletzt wegen des mangelnden Zugangs zu Quellen begangen werden, das sind Informationen, die vom Regen...
Die Geschichte funktioniert wie ein Kippbild. Je nach Betrachtung ändert sich der Eindruck. Eine Lehrerin sieht rot, nimmt ihre Schüler in Geiselhaft und hält sie mit geladener Pistole in Schach. Der Film «La journée de la jupe» von Jean-Paul Lilienfeld paukt provokativ und polemisch als melodramatischer Thriller mit Migrationshintergrund sein Pensum durch. Dabei...
Plötzlich konnte es gar nicht schnell genug gehen. Am 14. September ließ Friedrich Schirmer mitteilen, dass er seinen Vertrag als Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zum 30. September auflösen wolle. Als Begründung führte er die angebliche Unterfinanzierung des Theaters an und eine Etatkürzung um 330.000 Euro, die allerdings schon im November 2009...
